INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Schwedens Familienpolitik im Wandel: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft ANN-ZOFIE DUVANDER UND TOMMY FERRARINI August 2013 Schweden ist für viele ein Sinnbild für moderne Familien- und Gleichstellungspolitik. Die dortige Gesetzgebung ermutigt Eltern zum Aufteilen sowohl der Erwerbsarbeit als auch der unbezahlten Sorgearbeit.(Doppelversorgermodell). Sozialleistungen für Eltern, der Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung, Steuerreformen und die Durchsetzung spezieller Rechte und Pflichten auch für die Väter sind zentrale Elemente, die zur Entwicklung dieses Modells beitrugen. Es hat sich wiederholt gezeigt, dass Länder mit Doppelversorgermodellen ein beträchtlich höheres Maß an weiblicher Beschäftigung aufweisen als Wohlfahrtsstaaten mit anderen familienpolitischen Modellen. Von der schwedischen Familienpolitik wird häufig angenommen, sie stimuliere sowohl die Geburtenrate als auch die bezahlte Arbeit von Frauen. In den letzten Jahren stand die Wahlfreiheit mehr im Mittelpunkt des neuen konservativen familienpolitischen Konzepts in Schweden als die Gleichstellung der Geschlechter. Die Mehrheit der parlamentarischen Opposition(Grüne, Linke und Sozialdemokraten) befürworten eine Rückkehr zum vorhergehenden familienpolitischen Kurs mit der eindeutigen Unterstützung des Doppelversorgermodells. Die Geschichte der schwedischen Familienpolitik macht nicht nur deutlich, dass die Gestaltung der Familienpolitik das Potenzial hat, sich auf Verhaltensweisen und das Wohlergehen von Eltern auszuwirken, sondern auch, dass es vielleicht noch Jahrzehnte dauern wird, uralte geschlechterspezifische Ungleichheiten durch politische Reformen zu verändern.
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Schwedens Familienpolitik im Wandel : Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
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