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Kultur- und Bildungspolitik in Tunesien : zwischen neuer Freiheit und islamischer Gesellschaftskontrolle
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PERSPEKTIVE | FES TUNIS Kultur- und Bildungspolitik in Tunesien Zwischen neuer Freiheit und islamischer Gesellschaftskontrolle THOMAS CLAES Juni 2013 n Seit der tunesischen Revolution und insbesondere seit dem Wahlsieg der islamis­tischen Partei Ennahdha im Oktober 2011 weist die politische Auseinandersetzung in Tunesien immer mehr Züge eines Kulturkampfes zwischen säkularen und islamis­tischen Kräften auf. n Eines der aktivsten Felder der Auseinandersetzung zwischen säkular gesinnten und religiösen Teilen der Gesellschaft ist die Bildungspolitik. Insbesondere seitdem die isla­mische Universität Zitouna aus dem staatlichen Bildungssystem herausgelöst wurde. Die Debatte in Tunesien hat dabei an Intensität gewonnen, zumal es nun auch häufig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen an Bildungseinrichtungen kommt. n Im Zusammenhang mit diesen Veränderungen sind auch die jüngsten Entwicklungen in der tunesischen Kulturpolitik zu sehen, die unter zunehmendem Anpassungsdruck hin zu islamischen Normen steht. Künstler schlagen Alarm, dass die künstlerische Freiheit zunehmend durch zum Teil gewaltbereite Islamisten eingeschränkt wird, vielfach wurden Ausstellungen und andere Veranstaltungen von radikalen Kräften angegriffen.