8. Berliner Forum für progressive Muslime Berlin, 19.-20. April 2013 Erwachen des politischen Islam infolge des Arabischen Frühlings Entwicklungen – Herausforderungen – Perspektiven Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastraße 17, 10785 Berlin Vorbemerkung: Der folgende Text fasst zentrale Aussagen und Diskussionsaspekte der internationalen Fachkonferenz entlang des Programms zusammen. Er kann und will dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Die Friedrich-Ebert-Stiftung dankt allen Referentinnen und Referenten sowie den Diskussionsteilnehmerinnen und ‟ teilnehmern herzlich für ihr Engagement und ihre Beiträge. Einleitung Bei den ersten freien Wahlen nach dem Sturz der Regime in Tunesien und Ägypten erzielten verschiedene Parteien aus dem Spektrum des politischen Islam Siege. In Syrien kämpfen u.a. Dschihadisten gegen das Assad-Regime. Was bedeutet diese Renaissance des politischen Islam nach dem Arabischen Frühling? Haben die Islamisten tatsächlich eine Mehrheit hinter sich oder verschaffte ihnen die Gunst der Stunde die guten Wahlergebnisse? Welche Strömungen des politischen Islam gibt es? Welche Gruppierungen sind Gegner von Demokratie und Freiheit? Mit wem können sich westlich-säkular Gesinnte arrangieren? Welche Vorbildfunktion kann die Türkei für die Region haben? Schließlich: Wie sollte die deutsche Politik mit dem politischen Islam in den Staaten des Arabischen Frühlings umgehen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der achten Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung der Konferenzreihe„B erlin Forum for Progressive Muslims“. Der Arabische Frühling und der politische Islam Der syrische Philosoph Sadik Al Azm eröffnete die Tagung mit einer Analyse des Arabischen Frühlings und der besonderen Rolle Syriens darin. Dann ging er auf drei zu unterscheidende Formen des politischen Islam ein: den Petrodollar-Islam, den Islam der Exkommunikation und den Business-Islam. Der A rabische Frühling sei„ die Rückkehr der Politik zum Menschen und des Menschen zur Politik“. Di ese Rückkehr der Politik zum Volk habe ihr stärkstes Symbol in der„ Erfahrung des Tahrir Platzes“ gefu nden. Al Azm beschrieb diese Erfahrung als volksfesthaft. Frauen, Kinder, Jungen und Mädchen hätten daran teilgenommen, kreative Talente hätten sich in Musik, Gesang, Tanz und Graffiti Bahn gebrochen. Dieses karnevalistische Klima habe den Rest an Autorität, den die Regime noch hatten, weggefegt. „Al Azm ist vielleicht der wichtigste lebende Vordenker der arabischen Liberalen, ein Aufklärer und Streiter gegen autoritäre Herrschaft und gegen die arabische Selbstviktimisierung.“(Jörg Lau, Zeit-Online) Diese Erfahrung habe es in Kairo, Tunis und Bengasi gegeben, nicht aber in Syrien. In Syrien gab es stattdessen verschiedene Brennpunkte, an denen„ die Schergen von Assad erschöpft wurden“. Al Azm erläu terte:„ Assads Truppen sind von Dara‘ a an die türkische Grenze geeilt, dann wieder in das Zentrum des Landes, ohne dass es ihnen gelungen wäre, einen dieser Brandherde auszutreten.“ 1
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Erwachen des politischen Islam infolge des Arabischen Frühlings : Entwicklungen, Herausforderungen, Perspektiven ; 8. Berliner Forum für Progressive Muslime ; Berlin, 19. - 20. April 2013
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