November 2013 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Kulturelle Vielfalt im Fußball Vereine als Lernort für gesellschaftliche Veränderungsprozesse Daniel Huhn, Stefan Metzger 1 Auf einen Blick Der Fußball in Deutschland ist multikulturell. Was seit einigen Jahren im Bereich der Nationalmannschaft als Erfolgsgeschichte gefeiert wird und im Bereich des professionellen Fußballs zum Geschäftsmodell gehört, wird im Fußballalltag der Amateurligen oft als Problem definiert – insbesondere dann, wenn Migrantinnen und Migranten ihre eigenen Vereine gründen. Diese Vereine werden oft als etwas Neues, Fremdes und häufig als problembehaftet verstanden. Dabei zeigt ein Blick auf die Geschichte des Fußballs in Deutschland, dass dieser von Anfang an stark multikulturell geprägt ist. Multikulturelle Vielfalt im Fußball ist der Normalfall, auch wenn dies gesellschaftlich kaum wahrgenommen wird. Kulturelle Vielfalt im Fußball darf nicht nur auf der Ebene der Nationalmannschaft gefeiert, sondern muss auch in den unteren Ligen anerkannt werden. Damit werden sowohl Potenziale für die sportliche als auch für die gesellschaftliche Entwicklung genutzt, und der Fußball wird zum Lernort für gesellschaftliche Veränderungsprozesse. Kulturelle Vielfalt im Fußball – Erfolgs- und Problemgeschichte 2 Beide tragen die Nummer elf, beide sind die Leistungsträger ihrer Mannschaft. Doch die Brüder Mesut und Mutlu trennen nicht nur zehn Ligen. Während es Mesut Özil von Westfalia Gelsenkirchen über Schalke 04 und Real Madrid zu Arsenal London schaffte, spielt sein Bruder Mutlu Özil in der Kreisliga bei Firtinaspor 95 in Gelsenkirchen. Während der eine Star der deutschen Nationalmannschaft ist und als Symbol einer„erfolgreichen Integration“ gilt, spielt der andere bei einem von vielen migrantisch geprägten Vereinen in Deutschland, die häufig als Symbol einer„gescheiterten Integration“ verstanden werden. Der Fußball in Deutschland ist multikulturell, und zwar auf allen Ebenen. Dies zeigt etwa ein Blick auf die Männer-Nationalmannschaft der letzten Jahre. Mehr als die Hälfte der Spieler im aktuellen Kader hat einen so genannten Migrationshintergrund. Spieler wie der bereits genannte Mesut Özil oder Miroslav Klose im Team der Herrenmannschaft, ebenso wie Fatmire„Lira“ Bajmaraj und Célia Š a š i ć (geborene Okoyino da Mbabi) sind nicht nur Akteure
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Kulturelle Vielfalt im Fußball : Vereine als Lernort für gesellschaftliche Veränderungsprozesse
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