STUDIE Alternativen zur Austerität Progressive Wachstumsstrategien für Europa MICHAEL DAUDERSTÄDT UND ERNST HILLEBRAND(Hrsg.) Dezember 2013 Die Wachstumsmodelle in Europa vor der Krise waren unterschiedlich: Immobilienblasen in Spanien und Irland, Staatskonsum in Griechenland, hypertrophe Finanzsektoren in Großbritannien und Zypern. Sie alle beruhten auf einer zunehmenden, meist privaten Verschuldung, führten zu hohen Leistungsbilanzdefiziten und implodierten in der Finanzmarktkrise. Die staatlichen Maßnahmen, den Finanzsektor durch Bankenrettung zu stabilisieren, erhöhten die Staatsverschuldung massiv. Ausgelöst durch die Probleme der griechischen Staatsverschuldung und die falsche Reaktion Europas und Deutschlands darauf, mutierte die Krise zu einer Staatsschuldenkrise. Damit bot sich der Vorwand dafür, in den Krisenländern Austeritätspolitiken mit Lohnkürzungen und Sozialabbau durchzusetzen. In der Folge brach das Wachstum ein, Arbeitslosigkeit und Armut nahmen zu, ohne dass die Staatsverschuldung gebremst werden konnte. Die Niedrigzinspolitik der EZB hat, wenn auch zu spät, die Staatsschuldenpanik der Finanzmärkte beendet. Sie kann aber offensichtlich kein neues Wachstum schaffen. Dazu sind neue Investitionen notwendig. Nur ein im Zuge einer Bankenunion rekapitalisierter Bankensektor und europäische koordinierte Wachstumsinitiativen werden diesen Prozess umsetzen können. Dazu gehören aber auch eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen der Krisenländer und eine gerechtere Einkommensverteilung.
Druckschrift
Alternativen zur Austerität : progressive Wachstumsstrategien für Europa
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten