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Der Front National (NF) - eine rechtsradikale Partei?
Entstehung
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Der Front National(FN) eine rechtsradikale Partei? JEAN-YVES CAMUS April 2014 n Marine Le Pen begann unmittelbar nach ihrer Übernahme des Parteivorsitzes im Januar 2011 damit, den Front National(FN) zu»entdiabolisieren«. Im Zuge einer Runderneuerung hat die Partei sich allmählich ihres früheren Jargons entledigt und explizit rechtsextremes Ideengut verbannt. Auch haben die ideologischen Richtungs­kämpfe von einst an Schärfe verloren. Die Partei präsentiert sich als»weder links noch rechts«. Ihre programmatischen Schlüsselbegriffe sind»Souveränität«,»Iden­tität« und»Sicherheit«. Trotzdem ist das heutige Programm der FN in seinen Haupt­punkten identisch mit dem früheren Programm zu Zeiten von Jean-Marie Le Pen. n Heute ist die FN-Basis soziologisch stärker durchmischt als früher, sie ist deutlich jünger und zählt mehr Frauen als je zuvor. Sämtliche Spitzenpositionen im Parteiap­parat sind mit jungen Leuten besetzt, die aus dem eigenen Nachwuchs und nicht aus anderen rechtsextremen Gruppierungen hervorgegangen sind. Die Wähler­schaft der Partei ist in der Arbeiterschaft verankert und hat sich gesellschaftlich und geographisch diversifiziert. Derart modernisiert und verjüngt ist die Partei bei Wahlen auf regionaler und nationaler Ebene zunehmend erfolgreich, ohne jedoch wirklich in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. n Bei den Kommunalwahlen vom 23. und 30. März hatte die FN bereits im ersten Wahlgang gute Ergebnisse erzielt. Trotzdem hat die konservative UMP nicht dazu aufgerufen, dass sich im zweiten Wahlgang ihre Kandidaten zugunsten desjenigen zurückziehen, der die besseren Aussichten hat, den Kandidaten der FN zu schlagen, auch wenn dieser von der Linken ist. In der Folge konnte sich der FN durch ihr gutes Abschneiden erfolgreich als»dritte Kraft« etablieren. Das französische Zweiparteien­system hat die Partei Marine Le Pens damit jedoch noch nicht durchbrochen.