INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Rekrutierungswege moderner Volksparteien Vergleichende Analysen zur Mitgliederorganisation und Ergebnisse einer Praktikantenbefragung im Deutschen Bundestag FRANK DECKER / V OLKER BEST / D AVID KNORR März 2014 Bislang wurde der Frage, wie sich der Organisationswandel und die rückläufigen Mitgliederzahlen auf die Rekrutierungsfunktion der Parteien auswirken, wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Derzeit ist die Rekrutierungsbasis jedenfalls im Bereich der Berufspolitik offenbar noch groß genug, um Stellen und Ämter zumindest der Zahl nach problemlos zu besetzen. In Zukunft müssen die Parteien aber mit einer deutlich kleineren Mitgliederorganisation auskommen. Der Rekrutierungsbedarf der Parteien beschränkt sich nicht auf Wahl- und Regierungsämter, sondern betrifft zugleich die Parteiapparate und die öffentliche Verwaltung, wo neben Parteiloyalität auch bestimmte fachliche Qualifikationsprofile gefragt sind. Hier sind die Parteien verstärkt auf sympathisierende Nichtmitglieder angewiesen. Eine Praktikantenumfrage im Deutschen Bundestag zeigt, dass die Praktikanten ein bedeutsames Rekrutierungsreservoir für die Stellen bilden können, die Parteien in ihrer eigenen Organisation und im öffentlichen Bereich zu besetzen haben. Die Werbung neuer Mitglieder bleibt eine unabweisbare Aufgabe. Sie stellt die beste Gewähr dar, dass der Pool gefüllt werden kann, aus dem die Parteien ihre Mitarbeiter in der Parteiorganisation und öffentliche Amtsträger rekrutieren. Etwa ein Viertel der jungen Parteimitglieder ist vorwiegend professionell motiviert. Um die Beteiligungspotenziale der politisch interessierten jungen Menschen zu heben, müssen die Parteien an vielen Stellen gleichzeitig ansetzen.
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Rekrutierungswege moderner Volksparteien : vergleichende Analysen zur Mitgliederorganisation und Ergebnisse einer Praktikantenbefragung im Deutschen Bundestag
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