INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Frust, Fragmentierung, Verunsicherung Der Irak vor den Parlamentswahlen 2014 ANJA WEHLER-SCHÖCK April 2014 n Am 30. April sind die Iraker_innen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Angesichts der dramatischen Krise, die das Land durchlebt, finden die Wahlen unter denkbar schwersten Voraussetzungen statt. Der von vielen ersehnte Politikwechsel scheint in weite Ferne gerückt zu sein. n Über bestimmte Teile des Landes hat der Staat in den letzten Monaten die Kontrolle verloren – und versucht sie derzeit mit eiserner Hand zurückzugewinnen. n Seit vergangenem Jahr wird der Irak erneut von bürgerkriegsähnlicher Gewalt erschüttert. 2014 sind bereits 3.600 Menschen Anschlägen zum Opfer gefallen. 2013 wurden mit mehr als 9.500 Opfern Zahlen wie zuletzt 2008 erreicht. n Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung Nouri Malikis ist greifbar. Trotzdem ist davon auszugehen, dass seine State of Law Coalition bei den Wahlen eine Mehrheit erringen wird. n Die Frustration in der Bevölkerung ist groß. Viele haben den Glauben daran verloren, dass sich durch die Teilnahme an demokratischen Prozessen etwas im Land ändert. Darüber hinaus ist absehbar, dass viele Menschen am Wahltag aus Sicherheitsbedenken zu Hause bleiben werden. Es ist daher mit einer niedrigen Wahlbeteiligung zu rechnen.
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Frust, Fragmentierung, Verunsicherung : der Irak vor den Parlamentswahlen 2014
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