April 2014 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Soziale Innovationspolitik für sozialen Fortschritt Daniel Buhr 1Auf einen Blick Demografie und Klimawandel, nachhaltige Energie- und Rohstoffversorgung, ein zuverlässiges Gesundheitswesen, soziale Gerechtigkeit – die großen Herausforderungen unserer Zeit sind nur mit Innovationen zu bewältigen. Dafür müssen wir aber neben den technischen Innovationen vor allem auch soziale Innovationen in den Blick nehmen. Denn Innovationen entstehen in Systemen, im Zusammenspiel von Universitäten, Hochschulen und Unternehmen, von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Gewerkschaften, von Patienten und Kunden – also uns Bürgerinnen und Bürgern. Gerade diese komplexen, interdependenten Prozesse der Entstehung und Verbreitung neuer sozialer Praktiken in ganz unterschiedlichen Bereichen stellen auch die Innovationspolitik vor neue Aufgaben. Sie erfordern einen systemischen Politikansatz, der die Menschen in den Mittelpunkt stellt: soziale Innovationspolitik. Sie verzahnt Technik, Mensch und Organisation so, dass auch sozialer Fortschritt erzielt wird. Damit sichert sie die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Wohlstand. Innovationen sind das Ergebnis eines komplexen sozialen Prozesses, der spontan und situativ, in festen Hierarchien, mitunter aber auch sehr flexibel innerhalb vernetzter Strukturen ablaufen kann. In unserer heutigen, globalisierten Welt verlaufen diese Prozesse über territoriale, sektorale und physikalische Grenzen hinweg. So geht das Netzwerkmodell davon aus, dass selbst große Unternehmen nicht mehr in der Lage sind, das explodierende Grundlagenwissen in vielerlei Feldern allein mit eigenen Ressourcen verarbeiten zu können. Daher sind Organisationen vermehrt auf die Zusammenarbeit mit anderen angewiesen. Innovationen – technisch, sozial, offen Damit muss sehr unterschiedliches Wissen aus diversen Disziplinen zusammengeführt werden, wie uns das Konzept der Open Innovation zeigt. Open Innovation ist die Öffnung des Innovationsprozesses von Unternehmen und damit die aktive strategische Nutzung der Umgebung zur Vergrößerung des eigenen Innovationspotenzials. Open Innovation verlangt von Organisationen die Fähigkeit, externes Wissen zu internalisieren(outside in-Prozess), aber auch internes Wissen zu externalisieren(inside out-Prozess). Durch die Kombination dieser beiden Prozesse sollen die Lieferanten sowie Kundinnen und Kunden, Forschungsinstitute, Hochschulen und Universitäten aktiv bei der Entwicklung von Innovationen integriert
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