Mai 2014 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Modernisierungsoptionen für die handwerkliche Selbstverwaltung Detlef Sack 1Auf einen Blick Die handwerkliche Selbstverwaltung Die handwerkliche Selbstverwaltung steht seit einigen Jahren vor neuen Problemen: Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt verändert sich, der Organisationsgrad der Innungen ist rückläufig und die Europäische Kommission drängt auf eine weitere Liberalisierung der Handwerksordnung. Auch ist Kritik an der Praxis der handwerklichen Selbstverwaltung laut geworden. Vor diesem Hintergrund werden verschiedene Modernisierungsoptionen vorgestellt: Zur Verbesserung der Informationslage steht eine Erhöhung der Transparenz der Handwerksorganisationen an. Bund und Länder sollten überlegen, das Instrument des Leistungsvergleichs (Art 91d GG) auf die handwerkliche Selbstverwaltung anzuwenden. Die Handwerksorganisationen sind gefordert, den Weg des Benchmarkings und wechselseitigen Lernens zu intensivieren. Der Status der öffentlich-rechtlichen Körperschaft ist an die Erfüllung gesetzlicher Aufgaben zu koppeln. Zur Stärkung der demokratischen Qualität der Handwerkskammern ist das Wahlrecht auf Einzelkandidaturen mit Stützunterschriften umzustellen. Eine klarere Trennung der Außenrepräsentanz zwischen den Handwerkskammern einerseits und den Handwerksbetrieben und -verbänden andererseits, ist sinnvoll, um die Positionen der Beschäftigten auszuweisen. Die handwerkliche Selbstverwaltung ist ein mit der Handwerksordnung von 1953 in der jetzigen Form etabliertes Gefüge von Organisationen, insbesondere von Innungen, Kreishandwerkerschaften(KHn) und Handwerkskammern(HWKn). Ihr Zweck ist es, die Selbstregulierung des Handwerks in bestimmten Grenzen zu ermöglichen, Interessen gegenüber Politik und Gesellschaft zu vertreten und kollektive Güter(insb esondere in der Berufsausbildung) zu erstellen. Es gab 2012 53 HWKn, 284 KHn und 5.170 Innungen. Es handelt sich jeweils um öffentlich-rechtliche Körperschaften. Die Mitgliedschaft in den Innungen ist freiwillig, diejenige in den HWKn gesetzliche Pflicht. Anhand der Aufgabenbeschreibung der Organisationen der handwerklichen Selbstverwaltung wird deutlich, dass sich die Aufgabenbereiche(gerade in der Berufsausbildung) teilweise überschneiden. Die gedeihliche Zusammenarbeit zwischen den Innungen, KHn und HWKn ist somit von erheblicher Bedeutung. Entscheidend für die handwerkliche Selbstverwaltung ist zudem ihre regionale Unterschiedlichkeit. 2010 hatte die kleinste HWK 5.012 Mitgliedsbetriebe und die größte 74.865; der Durchschnitt lag bei 18.600 Mitgliedsbetrieben. Mit derartigen Größenunterschieden sind erhebliche Differenzen bei der Ressourcenausstattung und Handlungsfähigkeit der Selbstverwaltung verbunden. Diese unterscheidet sich regional zudem hinsichtlich des Organi
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten