INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Strategischer Partner Mexiko – neuer Hoffnungsträger in Lateinamerika? Thomas Manz September 2014 n Die Sicht auf Mexiko, das in der internationalen Wahrnehmung Lateinamerikas lange Zeit im Schatten von Brasilien stand, hat sich grundlegend gewandelt. Das von blutigem Drogenkrieg und wirtschaftlicher Stagnation geprägte Bild ist einer bisweilen euphorischen Darstellung Mexikos als neuem Hoffnungsträger in Lateinamerika gewichen. n Ausschlaggebend für diesen Wandel sind die Erwartungen, die an die Umsetzung der Reformagenda geknüpft werden, welche von der Regierung des Präsidenten Enrique Peña Nieto mit großer Entschlossenheit vorangetrieben wurde und deren Kernstück die Öffnung der Erdöl- und Erdgasförderung für privates Kapital ist. Darüber hinaus hat Mexiko in den vergangenen Dekaden einen tiefgreifenden Wandel seiner Wirtschaftsstruktur durchlaufen, der das Land heute bei der Integration in den Weltmarkt gegenüber anderen Schwellenländern in eine vorteilhafte Position gebracht hat. n Gleichwohl steht die mexikanische Wirtschaft vor enormen Herausforderungen. Neben der Erhöhung der Produktivität und der Verbesserung der sozialen und produktiven Infrastruktur ist insbesondere die Entwicklung des Binnenmarktes entscheidend. Schlüssel für die weitere Entwicklung sind die Demokratisierung der Arbeitsbeziehungen und die Anhebung des Lohnniveaus. n Mexikos außenwirtschaftliche Agenda ist durch das Selbstverständnis als global free trade leader geprägt. Prioritär für das Land sind die Beteiligung an den Verhandlungen um ein transpazifisches Assoziationsabkommen sowie das Anliegen, im Rahmen der Pazifik-Allianz wirtschaftliche Außenöffnung und Freihandel wieder auf die lateinamerikanische Integrationsagenda zu setzen. Dagegen wird der Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu Brasilien eine vergleichsweise geringe Bedeutung beigemessen.
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Strategischer Partner Mexiko - neuer Hoffnungsträger in Lateinamerika?
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