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Kreative politische Konzepte der Flüchtlingsaufnahme in Münster
Entstehung
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September 2014 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Kreative politische Konzepte der Flüchtlingsaufnahme in Münster Jochen Köhnke Einleitung Auf einen Blick Durch die zunehmende Zahl von Flüchtlingen in Deutschland wird die Frage ihrer angemesse­nen Unterbringung in den Kommunen immer bedeutsamer. Die Stadt Münster hat eine Kon­zeption entwickelt, die eine dezentrale Vertei­lung der Zuwanderinnen und Zuwanderer über das gesamte Stadtgebiet vorsieht. Die Unterbrin­gung erfolgt in Einrichtungen für maximal 50 Personen. Die städtische Verwaltung und Organisationen der Zivilgesellschaft entwickel­ten gemeinsam dieses Konzept. Die Entschei­dungen im Rat erfolgten einstimmig. Außerdem werden Maßnahmen zur Integration der Flücht­linge angeboten. Ehrenamtliche Arbeit ist ein wichtiger Pfeiler dieses Betreuungskonzeptes. Die Stadt Münster schärft ihr Profil einer zukunfts­fähigen Stadt. Zu- und Abwanderungen sind kon­struktive Elemente einer sich entwickelnden Stadt­gesellschaft. Durch die Kriege auf dem Balkan sind seit Anfang der 1990er Jahre vermehrt Flüchtlinge nach Münster, wie auch in andere Städte, zugezo­gen. Sie haben Münster zusätzlich zu den im ge­regelten Landesverteilungsverfahren Zugewiesenen direkt erreicht. Das Ergebnis war eine beengte Unter­bringungssituation in kostenintensiven, kurzfristig angemieteten Gebäuden und Hotels. Dies hat zu er­heblicher Unruhe und zu Konflikten geführt. Müns­ter verfügt nicht über Leerstände im Wohnungsbe­stand und gehört zu den wachsenden Städten. Preis­günstiger Wohnraum ist kaum oder nur schwer zu erhalten. Aufgrund des starken Zuzugs von Spätaus­siedlern aus den GUS-Staaten während der Zeit von Perestroika und Nachperestroika in den 1990er Jah­ren stand die Stadt Münster vor einer zusätzlichen Integrationsherausforderung. Die neuen Zuwande­rinnen und Zuwanderer ballten sich auch in weni­gen Stadtgebieten. Im November 1999 erklärte die Verwaltung daher verstärkt die Integration von Flüchtlingen und Spätaussiedlern als Ziel ihrer Akti­vitäten und es wurde eine Koordinierungsstelle 2 für diese Aufgaben eingerichtet. Die Ratskommission zur Unterbringung von Aussiedlern, Asylbewerbern und Flüchtlingen koordinierte die politischen Be­