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Die Europäische Bankenunion : Risiken auf dem Weg zu einer stabileren Finanzarchitektur im Euroraum
Entstehung
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Oktober 2014 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Die Europäische Bankenunion Risiken auf dem Weg zu einer stabileren Finanzarchitektur im Euroraum Gerhard Illing Konstruktionsfehler im Euroraum Auf einen Blick Bereits beim Start des Euros gab es eindringliche Mahnungen, dass sich Finanzmarktstabilität in Europa ohne einen gemeinsamen Sicherungsrah­men nicht verwirklichen lässt. Das Projekt einer einheitlichen Währung mit integrierten Finanz­märkten erfordert eine funktionierende Banken­union aus drei Pfeilern:(1) einer gemeinsamen europäischen Finanzaufsicht,(2) einem zentralen Abwicklungsregime sowie(3) einer europäischen Einlagensicherung. Das Fehlen gemeinsamer Kontroll- und Sicherungssysteme hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Finanz- und Wirtschafts­krise im Euroraum weit länger andauert als in anderen Regionen der Welt. Mit den nunmehr eingeleiteten Schritten zur Etablierung einer Europäischen Bankenunion wurden wichtige Lehren gezogen. Dennoch bestehen weiterhin institutionelle Defizite und Risiken auf dem Weg zu einer stabileren Finanzarchitektur im Euroraum. Die Einführung des Euro forcierte eine rasante Integra­tion der Finanzmärkte. Banken konnten ihre Dienst­leistungen auf den gesamten Binnenmarkt ausweiten; die Aufsicht und Kontrolle der einzelnen Banken blieb jedoch in den Händen der nationalen Regulatoren. Spätestens mit dem Ausbruch der internationalen ­Finanzkrise im Jahr 2007 wurde aber deutlich, dass ein solches Konstrukt inhärent instabil ist. Es dauerte aller­dings fünf Jahre, bis im Juni 2012 endlich die Notwen­digkeit eines Regimewechsels allgemein akzeptiert ­wurde, nachdem die Wirtschafts- und Finanzkrise im Euroraum immer weiter eskalierte und gar ein Auseinan­derbrechen des einheitlichen Währungsraums drohte. Diese Eskalation lieferte nachdrücklich den Beweis, dass ein integrierter Finanzmarkt ohne Bankenunion mit einem gemeinsamen Sicherheitsnetz nicht ver­nünftig funktionieren kann. 2 Dies liegt zum einen da­ran, dass eine nationale Bankenaufsicht wenig Anreize hat, den Aufbau systemischer Risiken zu unterbinden. Einer Studie des wissenschaftlichen Beirats des Euro­pean Systemic Risk Board zufolge war das Bemühen um den Aufbau von nationalen Großbanken als Markt­führer im internationalen Wettbewerb verbunden mit einer engen Verflechtung zwischen Politik und Ban­ken maßgeblich verantwortlich für eine massive ex­zessive Aufblähung des europäischen Bankensystems im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte. 3 In der Finanzkrise