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Auf zu neuen Ufern? : Island im Jahr nach dem Regierungswechsel: von EU-freundlichen Sozialdemokraten zu konservativ-liberalen EU-Gegnern
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PERSPEKTIVE Auf zu neuen Ufern? Island im Jahr nach dem Regierungswechsel: Von EU-freundlichen Sozialdemokraten zu konservativ-liberalen EU-Gegnern CLEMENS BOMSDORF Oktober 2014 Mit der isländischen Wirtschaft ging es nach dem Crash im Jahr 2008 erstaunlich schnell wieder aufwärts. Dennoch verlor die sozialdemokratisch geführte Koalition, die das Land wieder auf Kurs gebracht hatte, die Parlamentswahl 2013. Stattdessen gewann die konservativ-liberale Opposition, die traditionell die Macht auf Island hatte und der es nicht gelungen war, die Banken kontrolliert zu privatisie­ren und so den Fall Islands zu verhindern. Als Aufseher hatten in den letzten Jahren vor dem Crash auch die Sozialdemokraten versagt. Mit dem Machtwechsel wurde der EU-Beitritt auf Eis gelegt. Doch scheiterte die neue Regierung mit ihrem Plan, das Beitrittsgesuch komplett zurückzuziehen. Große Teile der Bevölkerung wollen darüber nicht die Politiker alleine entscheiden lassen. Bei der Kommunalwahl Ende Mai 2014 haben die Sozialdemokraten in der Haupt­stadt Reykjavik gewonnen. Umfragen sehen sie auch landesweit im Aufwärtstrend, wenngleich nicht als stärkste Partei. Eine EU-freundlichere Regierung ist aber wieder denkbar.