STUDIE Gewerkschaften in Kanada Organisatorische Konsolidierungen versus konservative Gesetzgebung GERD BRAUNE Mai 2014 n Kanadas Gewerkschaften sehen sich mit einer konservativen Regierung konfrontiert, die ihre antigewerkschaftliche Grundhaltung nicht verhehlt. So genannte»back-towork«-Gesetzgebung wird eingesetzt, um Streiks in Bereichen, die die Regierung als»essentiell« für die Volkswirtschaft bezeichnet, zu verhindern oder zu beenden. n Kanadas vielfältige Gewerkschaftslandschaft wird von einem großen Dachverband, dem Canadian Labour Congress(CLC) geprägt, der rund 3,3 Millionen Mitglieder vertritt. Die Wahl des neuen CLC-Vorsitzenden, Hassan Yussuf, wird als Signal für den Wandel hin zu einer aggressiveren Gewerkschaftsbewegung interpretiert, die dem konservativen Trend mehr»Gegengewicht« bieten will. n Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist in den letzten zwanzig Jahren leicht zurückgegangen auf heute 31,5 Prozent. Der vor allem durch den Abbau von Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe verursachte Abwärtstrend scheint inzwischen aber gestoppt. Die Organisierung neuer Arbeitnehmergruppen, insbesondere von Immigranten, bleibt eine Herausforderung. n Die Fusion der beiden großen Gewerkschaften CAW(Canadian Auto Workers) und CEP(Communications, Energy and Paperworkers Union) ist ein Versuch, sowohl den weiteren Rückgang des Organisationsgrades zu bremsen als auch auf Veränderungen am Arbeitsmarkt, Deregulierung und die Freihandelsagenda der konservativen Regierung zu reagieren.
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Gewerkschaften in Kanada : organisatorische Konsolidierungen versus konservative Gesetzgebung
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