INTERNATIONALE POLITIKANALYSE TTIP, Freihandel und wirtschaftliche Entwicklung HEINER FLASSBECK Dezember 2014 Modellsimulationen, die zeigen sollen, dass ein transatlantisches Freihandelsabkommen positive Wachstums- und Arbeitsplatzeffekte haben soll, sind mit Hilfe von Modellen errechnet, die aufgrund ihrer neoklassischen Grundstruktur genau dafür nicht geeignet sind. Die bestehenden globalen und europäischen Ungleichgewichte im transatlantischen Handel, die sich vor allem in hohen und anhaltenden Leistungsbilanzüberschüssen Deutschlands niederschlagen, machen einen zusätzlichen Gewinn von Arbeitsplätzen in Deutschland durch ein Freihandelsabkommen unmöglich. Generell ist die Vorstellung, ein bilaterales Abkommen, auch ein solches zwischen großen Handelspartnern, werde Wohlstandsgewinne bringen, falsch. Wenn überhaupt, dann können nur wirklich multilaterale Lösungen die Bedingungen für den Handel verbessern. Aber auch dann muss das Währungssystem das Handelssystem ergänzen, was derzeit nicht der Fall ist.
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