Studie Zwischen Ertüchtigung und Wertewandel Internationale Trends und Erfahrungen bei der Unterstützung von Sicherheitssektorreform STEFFEN ECKHARD November 2014 n Sicherheitssektorreform(SSR) wird oft fälschlicherweise auf die»Ertüchtigung« von Sicherheitskräften reduziert. Dabei ist SSR in vielen Ländern Teil von Staatsaufbau, reduziert konkrete Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung und soll immer auch zum gesellschaftlichem Wertewandel beitragen. n Somit ist SSR keine primär technische sondern eine politische Aufgabe. Sie berührt Kernfragen der Machtverteilung und erfordert enge Zusammenarbeit mit lokalen Eliten und unter Umständen flankierende Anreize und Konditionalitäten. n Auf lange Sicht gewährleistet ein demokratisch kontrollierter Sicherheitssektor die Sicherheit der Bevölkerung am zuverlässigsten. Unterstützer von SSR-Prozessen sollten also langfristig ambitioniert, in der Wahl der Zwischenziele aber sehr realistisch sein: Nur wenn lokale Akteure die Prozesse mittragen, bewirken sie eine nachhaltige Veränderung. n Das Potential zivilgesellschaftlicher Organisationen in diesem Feld wird unterschätzt. Sie agieren unterhalb der Schwelle staatlicher Diplomatie, sind oft seit Jahren vor Ort und gut vernetzt. Sie können politisch schwierige Zeiten überdauern und das nötige Vertrauen bei wichtigen Eliten aufbauen. n International bestehen Lücken bei der SSR-Unterstützung, gerade in einer Reihe von politisch stabilen Ländern mit massiven Gewaltphänomenen und einer unzureichenden zivil-demokratischen Kontrolle des Sicherheitssektors. Hier kämen die komparativen Vorteile zivilgesellschaftlicher Akteure besonders gut zum Tragen.
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Zwischen Ertüchtigung und Wertewandel : internationale Trends und Erfahrungen bei der Unterstützung von Sicherheitssektorreform
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