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Nigeria vor den Wahlen : ein Marathon mit Risiken
Entstehung
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PERSPEKTIVE| FES NIGERIA Nigeria vor den Wahlen Ein Marathon mit Risiken JULIANA ANOSIKE, HENRY OKOTIE UND KLAUS-PETER TREYDTE Februar 2015 n Ab Mitte Februar stehen in Nigeria innerhalb kürzester Zeit gleich mehrere Wah­len an: Präsidenten-, Gouverneurs- und Parlamentswahlen. Trotz hoher technischer Ausstattung und sorgfältiger Vorbereitung durch die unabhängige nigerianische Wahlkommission INEC erscheint eine ordnungsgemäße Durchführung der verschie­denen Wahlgänge alles andere als selbstverständlich, insbesondere in den Teilstaa­ten Adamawa, Yobe und Borno, in denen aufgrund der starken terroristischen Akti­vitäten von Boko Haram seit Ende 2013 der Ausnahmezustand herrscht. n Vor diesem Hintergrund wird derzeit über eine Verschiebung einzelner Wahlgänge in der tief gespaltenen nigerianischen Öffentlichkeit debattiert, auch wenn die nati­onale Wahlkommission dies kategorisch ausschließt. Die Opposition wirft Präsident Goodluck Jonathan vor, sowohl das zögerliche Vorgehen gegen Boko Haram als auch die Debatte um die Verschiebung der Wahlen für eigene Zwecke nutzen zu wollen. n Bereits im Vorfeld der Wahlen, und unabhängig von Boko Haram, kam es immer wieder vereinzelt zu politischen Unruhen. Beobachter_innen fürchten vor dem Hin­tergrund der politisch, wirtschaftlich und sozial angespannten Situation daher er­hebliche Unruhen, sollten die Wahlen zu knappen Ergebnissen oder zweifelhaften Teilergebnissen führen. Allein die Entscheidung der nationalen Wahlkommission INEC, weitere 30.000 Wahlurnen aufzustellen, um der räumlichen Verteilung der Bevölkerung gerecht zu werden, führte im Vorfeld zu ethnischen, mit Gewalt ver­bundenen Auseinandersetzungen.