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Sozialkapital zwischen Stabilität und Wandel : zum Einfluss von Wirtschaftskrisen und Konjunkturpolitik auf politisches und soziales Vertrauen
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Februar 2015 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Sozialkapital zwischen Stabilität und Wandel Zum Einfluss von Wirtschaftskrisen und Konjunkturpolitik auf politisches und soziales Vertrauen Felix Hörisch und Peter Obert Auf einen Blick Soziales Kapital, das soziales Vertrauen in Mitmenschen, freiwillige Teilhabe an poli­tischen und gesellschaftlichen Prozessen sowie politisches Vertrauen in die gemein­schaftlichen Institutionen umfasst, ist einer der wesentlichen Stützpfeiler funktionierender Demokratien. Sozio-ökonomische Forschung zu den Voraussetzungen umfassenden sozialen Kapitals zeigt, dass sich eine positive wirtschaft­liche Entwicklung und ein hohes Niveau an Sozialkapital wechselseitig bedingen und ver­stärken. Was aber, wenn die wirtschaftliche Basis für diese Symbiose wegbricht, wie zurzeit in vielen Staaten Südeuropas? Neuere Forschung zeigt, dass eine expansive Konjunkturpolitik dabei helfen kann, Sozialkapital auch in ­Wirtschaftskrisen aufrechtzuerhalten. Die jüngste Wirtschaftskrise und der damit einherge­hende Wirtschaftsabschwung stellen für die von der Krise betroffenen Staaten aus makroökonomischer ­Perspektive eine ernstzunehmende Herausforderung dar. Aber auch die mit der Krise einhergehenden ab­träglichen Folgen im Bereich der Steuerungsfähigkeit politischer Institutionen und der Rahmenbedingungen sozialen Zusammenhalts stehen zunehmend im Fokus der Diskussion. Das Interesse an Sozialkapital liegt da­bei in seiner vielfach belegten positiven Wirkung auf eine Reihe von gesellschaftlichen und politischen Pro­zessen begründet. Dies haben auch führende Institu­tionen der Weltwirtschaft wie der Internationale Wäh­rungsfonds, die Weltbank oder Gremien der Europä­ischen Union zunehmend erkannt und schenken auch den sozialen Folgen der Wirtschaftskrise vermehrt ­Aufmerksamkeit. 2 Sozialkapital in demokratischen Gesellschaften Sozialkapital als Oberbegriff wird als Bezeichnung für Ressourcen der gesellschaftlichen Unterstützung, Hilfe­leistung und Teilhabe verwendet, mit besonderem Blick auf die Bedeutung sozialer Beziehungen für Indi­viduen und die Gesellschaft gleichermaßen. Es ergeben sich vielfach Meinungsverschiedenheiten darüber, wie Sozialkapital als diffuses Phänomen am besten erfasst werden kann. Es besteht jedoch weitestgehend Einig­