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Interkulturelle Öffnung von politischen Organisationen
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Dezember 2014 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Interkulturelle Öffnung von politischen Organisationen Alfred Reichwein Zuwanderung stärkt Deutschland Auf einen Blick Die interkulturelle Öffnung der politischen Organisationen ist sowohl politisch geboten als auch für die Organisationen überlebensnot-­wendig. Bei der letzten Bundestagswahl waren ca. zehn Prozent der Wahlberechtigten nicht autochthon, d. h. ursprünglich einheimisch. Interkulturelle Öffnung bezeichnet die Aus­richtung einer Organisation auf die Zielsetzung hin, Zugangshindernisse für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte abzubauen. Dies betrifft politische Organisationen als Arbeit­geber, aber noch viel mehr in ihrem Kern­geschäft: der politischen Willensbildung. In einem strategisch ausgerichteten Organisa­tions­und Personalentwicklungsprozess lassen sich Zugangsbarrieren identifizieren, strategische Ziele formulieren und Projekte aufsetzen, die die Chancen für eine angemessene Teilhabe für Migrant_innen signifikant steigern. Kontinuierliches Monitoring und Controlling liefern Kennzahlen, um wirkungsvolle Maß­nahmen zu identifizieren. Voraussetzung sind ein deutliches Engagement der Führung und Ressourcen. Die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt es sehr deutlich: Wanderungsbewegungen haben wesentliche Auswirkungen für Deutschland. Dabei ist durchaus un­terschiedlich, wer, woher, mit welchem Ziel nach Deutschland kommt oder auch aus Deutschland aus­wandert. Ob aus politischen oder wirtschaftlichen Mo­tiven, ob aus Süd- oder Osteuropa, ob mit Greencard oder als Flüchtlinge, Migrant_innen können den ­Standort Deutschland stärken, sie verjüngen die Bevöl­kerung und steigern die Vielfalt in der Gesellschaft. Inzwischen hat sich die Bevölkerung allein zahlen­mäßig verändert. Ca. 20 Prozent der Einwohner_innen in Deutschland besitzen einen Migrationshintergrund, bei der Bundestagswahl waren ca. zehn Prozent der Wahlberechtigten nicht autochthon, d. h. ursprünglich einheimisch. In manchen Quartieren beträgt der An­teil der Einwohner_innen mit Migrationshintergrund 30 Prozent und mehr, Tendenz steigend. Eine Folge und gleichzeitig eine Voraussetzung ist, dass sich alle Institutionen verändern müssen. Sie passen ihre Produkte und Leistungen einer nach Sprache, Kul­tur oder auch Religion veränderten Kundschaft an. Sie öffnen ihre Belegschaften für Menschen mit unter­schiedlichen Zugangsvoraussetzungen. Sie suchen ge­zielt nach Bewerber_innen mit Migrationshintergrund. Sie steigern die Kompetenz, mit kultureller Vielfalt um­zugehen, bei ihren Beschäftigten, insbesondere auch