Konferenzband 
Digitalisierung und Demokratie - Chance oder Risiko? : Veranstaltung in Kooperation mit der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik
(BAPP)
Entstehung
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POLICY Nr. 45 Politische Akademie Digitalisierung und Demokratie Chance oder Risiko? Veranstaltung in Kooperation mit der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik(BAPP) 2) In etablierten Demokratien: über- und unterschätzt In etablierten Demokratien wurden viele Erwartungen enttäuscht. Öffentliche Dis­kurse zersplittern stärker, die neuen Mög­lichkeiten werden ungleich genutzt. Eine Bereicherung sind Transparenzformate, etwa die visuellen Aufbereitung von Ratsbe­schlüssen. Dies wird weniger euphorisch diskutiert, stärkt aber die Möglichkeiten der demokratischen Kontrolle von Macht. Schadet oder nützt die Digitalisierung der Demokratie? Im Spannungsfeld vonAra­bischem Frühling,Shitstorms undOpen Data könnten die Meinungen zu dieser Frage kaum unterschiedlicher ausfallen. ­Robert Misik, Valentina Kerst und Prof. Dr. Thorsten Faas diskutierten am 8. Dezember in Bonn moderiert von Dr. Christian Krell. Das Forum Soziale Demokratie fand in ­Kooperation mit der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik statt. Fünf wesentliche Ergebnisse der Diskussion: 1) Motor der Demokratisierung in Autokratien In Autokratien kann das Internet ein Motor der Demokratisierung sein. Es erleichtert und fördert eine Kultur der Gegenrede. 3) Spielregeln gesucht Neue Spielregeln, die politische Diskurse im Internet ermöglichen, sind notwendig, aber noch nicht gefunden. Es bedarf weiterer Dis­kussion und Aushandlung. Transparenz etwa ist einerseits wichtig, anderseits braucht die Demokratie Räume für geschützte Debatten. 4) Internet ist nicht gleich Internet Nicht alles ist im Zeitalter der Digitalisierung neu und anders. Genaue Begrifflichkeiten helfen, das vorhandene Wissen weiter zu nutzen. 5) Wirtschaftlichen Rahmen im Auge behalten Das Netz ist von Monopolen geprägt. Zei­tungen brechen durch die Konkurrenz im Netz Einnahmen weg. Die Frage der demo­kratischen Qualität der Digitalisierung ist auch eine Frage ihrer wirtschaftlichen Ge­staltung.