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Der gender pay gap : die grosse Lücke ist unbezahlt!
Entstehung
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Impulse für gerechte Verhältnisse in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft #01 März 2015 Inside the Gap 1/3: Der Gender Pay Gap Die groSSe Lücke ist unbezahlt! Nach wie vor verdienen Frauen im Durchschnitt wesentlich weniger als Männer. Ein ganz zentraler Grund hierfür besteht darin, dass Frauen weniger am Arbeitsmarkt partizipieren als Männer und häufig in Teilzeit arbeiten. Ein Umstand, der im Gender Time Gap Ausdruck findet, der sich auf knapp zehn Stunden beläuft. Frauen verbringen also durchschnittlich knapp zehn Stunden weniger pro Woche als Männer mit bezahlter Arbeit. Mit dem Gender Pay Gap hängt aber noch eine weitere Zeitlücke zusammen: derGender Unpaid Gap, in dem der eigentliche geschlechter- und arbeitsmarktpolitische Skandal liegt. Am 20. März wurde der Equal Pay Day unter dem MottoSpiel mit offenen Karten: Was verdienen Frauen und Männer? mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen begangen, um auf die nach wie vor bestehende Lohnlücke zwischen den Geschlechtern aufmerksam zu machen. Der Gender Pay Gap der die unbereinigte durchschnittliche Differenz zwischen weiblichen und männlichen Stundenlöhnen angibt liegt aktuell unverändert bei 22 Prozent. Dementsprechend markiert der Equal Pay Day symbolisch jenen Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit Jahresbeginn für ihre Arbeit bezahlt werden. Der Gender Pay Gap eignet sich ausgesprochen gut, um strukturelle Diskriminierungen im Arbeitsmarkt gebündelt sichtbar zu machen und öffentliche Aufmerksamkeit für diese zu erzeugen. In ihm kommen geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Berufswahl bzw. Branchenzugehörigkeit, den Arbeitszeiten, bei familienbedingten Erwerbspausen und bei Karrierewegen zusammen. Knapp ein Drittel(sieben Prozent) der Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen lässt sich allerdings nicht durch diese Faktoren erklären, sondern ist auf eine Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts zurückzuführen. Viele Lebensentscheidungen beispielsweise bei der Berufswahl oder bei der Entscheidung, sich um Kinder zu kümmern, anstatt die eigene Karriere voranzutreiben leisten einen Beitrag zum Entstehen der Lohnlücke und werden auf der individuellen Ebenefreiwillig getroffen. Allerdings werden diese Entscheidungen massiv durch strukturelle Bedingungen beeinflusst, die oftmals auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind, sich aber unmittelbar auf die Entscheidungsmöglichkeiten und-präferenzen auswirken. Werden Frauen hierdurch gegenüber männlichen Gesellschaftsmitgliedern benachteiligt, handelt es sich um ein Gerechtigkeitsproblem. Neben der Tatsache, dass wir es mit Blick auf den Gender Pay Gap mit einem Gerechtigkeitsproblem zu tun haben, das sich schwerlich mit dem Leitbild der sozialen Marktwirtschaft geschweige denn mit dem der sozialen Demokratie vereinbaren lässt, sind mit ihm auch negative wirtschafts- und gesellschaftspolitische Folgen verbunden. Besonders deutlich zeigt sich dies mit Blick auf den Gender Time Gap, der eine spezielle Dimension des Gender Pay Gaps beschreibt und auf den wir im Nachfolgenden genauer eingehen wollen. Mehr als nur ein Gender Time Gap Ein wesentlicher Faktor mit Blick auf die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern besteht darin, dass Frauen weniger am Arbeitsmarkt partizipieren als Männer. Dies lässt sich zunächst einmal an der Beschäf­tigungsquote erkennen, die bei Frauen in Deutschland seit 1995 um fast elf Prozent gestiegen ist und im Jahr 2013 bei 70,1 Prozent(gegenüber 79,8 Prozent bei den Männern) lag. Damit hat Deutschland im europäischen Vergleich deutlich aufgeholt. Allerdings täuschen diese Zahlen über die wahren Verhältnisse hinweg. Betrachtet man die Beschäftigungsquote genauer und zieht dafür die Umrechnung in Vollzeit­äquivalente(VZÄ) heran, so fällt das Ergebnis wesentlich ernüchternder aus. Denn die Beschäftigungsquote in VZÄ belief sich gerade einmal auf 52,3 Prozent(gegenüber 76,9 Prozent bei Männern), was einem Anstieg von lediglich 6,2 Prozent gegenüber 1995 entspricht. Insbesondere in den nordischen Ländern Island (69,8), Schweden(62,2), Finnland(58,9) und Norwegen(57,7) liegt dieser Wert wesentlich höher. Die Autor_innen: Barbara König ist Geschäftsführerin des Zukunftsforum Familie e. V.. Jonathan Menge und Christina Schildmann arbeiten für die Friedrich­Ebert-Stiftung zu familien­und geschlechterpolitischen Fragen. Dass die Beschäftigungsquote in VZÄ in Deutschland so niedrig ausfällt, ist in erster Linie auf die hohe Teilzeit­quote von Frauen zurückzuführen. Mehr als 45 Prozent der deutschen Frauen arbeiten in Teilzeit. Ein Wert, der im europäischen Vergleich nur von den Niederlanden mit ca. 75 Prozent(und der Schweiz mit ca. 60 Prozent) übertroffen wird. Allerdings arbeiten in den Niederlanden auch immerhin 25 Prozent der Männer in Teilzeit, während es hierzulande nur knapp 10 Prozent sind. Hinzu kommt, dass zwischen 1995 und 2009 und im