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Schöne neue "share economy"?
Entstehung
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März 2015 Schöne neue share economy? Peter Wedde und Irene Wedde Mit dem Begriffshare economy wird eine neue Ära des Wirtschaftens verbunden, in dem Teilen (share) und gemeinsames Arbeiten im Vordergrund stehen. Ressourcen sollen so effizienter ge­nutzt und allen zur Verfügung gestellt werden. Internet und mobiler Datenzugriff bieten die not­wendigen Werkzeuge, um Informationen und Wissen, aber auch Waren und Dienstleistungen zu teilen. Damit entstehen eine Reihe neuer Geschäftsmodelle. Da sich grundsätzlich jede_r an dieser Ökonomie des Teilens beteiligen kann, erwartet man auf den ersten Blick ein demokratisch organi­siertes Wirtschaften. Durch diese Entwicklungen werden jedoch die Betreiber der Plattformen und virtuellen Marktplätzen gestärkt, denn sie übernehmen eine wichtige Filterfunktion. Hier können Leitanbieter schnell den Markt dominieren und damit die Zugangsbedingungen diktieren. Gerade bei der Aufteilung der Gewinne und Risiken droht eine Verschiebung zu Ungunsten der eigentlichen Dienstleister_innen. Aus der gleichberechtigtenshare economy kann so schnell ein neuerPlatt­form-Kapitalismus werden. Teilen über das Internet ist in. Diese Feststellung gilt für die gemeinsame Nutzung von Gebrauchsgegenständen ebenso wie für persönliche Dienstleistungen, die Menschen auf digitalen Marktplätzen anbieten. Die mit dem Teilen verbundenen Vorteile liegen auf der Hand: Die gemeinsa­me Nutzung von Gegenständen ist kostengünstiger als eine Anschaffung zur exklusiven Verwendung. Ähnliches gilt für geteilte Dienstleistungen, die im Internet zu Konditionen vermittelt werden, die deutlich unter den Standardtarifen von etablierten Dienstleistern oder von Handwerkern liegen. Technische Voraussetzung für die neue Form des Teilens sind dieTauschplattformen undTauschbörsen im Internet, die Nachfrager_innen und Anbieter_innen schnell und ein­fach zueinander bringen. Der Gedanke des Teilens wird international unter dem Be­griff dershare economy diskutiert. AlsErfinder des Be­griffs und des dahinter stehenden Modells gilt der Harvard­Ökonom Martin Weitzman. In seinem 1984 veröffentlichen BuchTheshare economy 1 verband er die Idee des Teilens mit der Vorstellung, dass hieraus eine Erhöhung des Wohl­stands für alle Bürger_innen folgen würde. Weiter geht ak­tuell Jeremy Rifkin, 2 für denshare economy dasEnde des Kapitalismus markiert. 3 Indizien wie etwa die Ernennung des ThemasShareconomy zumTop-Thema der CeBIT 2013 4 deuten allerdings darauf hin, dass der Kapitalismus nicht enden wird, sondern lediglich in eine neue Runde geht. Der Begriffshare economy wird derzeit sowohl für eine von viel Idealismus und dem Ziel des nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen geprägte nichtkommerzielle Form des Tei­lens verwendet als auch für kommerzielle Angebote, die neue Technologien wie Smartphones und Applikationen für neue Geschäftsmodelle zu nutzen wissen. Wie bei jedem Unternehmen steht auch hier im Vordergrund, Marktanteile zu gewinnen und Gewinne zu generieren. Der Ausgangspunkt Beispiel für dieklassische share economy, die auf das direkte Teilen zwischen Bürger_innen zielt, sind privat ini­tiierteCar Sharing-Initiativen, das Ausleihen von Werk­1 Vgl. Martin Weitzman(1984): The share economy. Conquering stagflation, Cambridge/Massachusetts. 2 Jeremy Rifkin(2014): Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft. Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus, Frankfurt. 3 Vgl. den gleichnamigen Bericht in der Online-Ausgabe der FAZ vom 13.09.2014 http://www.faz.net/aktuell/feuille­ton/jeremy-rifkin-die-null-grenzkosten-gesellschaft-13151899.html 4 Vgl. http://blog.cebit.de/2012/09/10/shareconomy-top-thema-cebit-2013/