PERSPEKTIVE| FES ZAGREB EU-Erweiterung und Sicherheit Ein Blick zurück in die Zukunft DIETMAR DIRMOSER März 2015 n Slowenien und Kroatien sind Mitglieder der EU. Die anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens und Albanien sind auf dem Weg. Wie das kroatische Beispiel zeigt ist dieser Weg lang und steinig, denn nach negativen Erfahrungen mit früheren Beitritten wurde der Beitrittsprozess anspruchsvoller gestaltet. Das Engagement der EU für eine Erweiterung in Südosteuropa indes folgte stets den sicherheitspolitischen Konjunkturzyklen. Mit fortschreitender Befriedung und Normalisierung der Region nach der Jahrtausendwende rutschte der Westbalkan auf der EU-Prioritätenliste weit nach unten. n Seit Beginn der Ukrainekrise werben Deutschland, Österreich und andere EUStaaten in Südosteuropa vehement dafür, dass die dortigen Beitrittsaspiranten ihre Bemühungen intensivieren sollen. Das Beitrittsversprechen von Thessaloniki(2003) gelte nach wie vor. Ausgelöst wurde die Charmeoffensive durch das wachsende Konflikt- und Chaospotenzial in der Region und zunehmende Konkurrenz, insbe sondere durch Russland. Bislang beschränkt sich die Initiative aber auf die diplomatische Sphäre. Eine Diskussion über verbesserte Instrumente der Heranführung, die den Ländern bei ihrem drängendsten Problem, der Überwindung der chronischen Wirtschaftskrise, helfen könnten, fand bislang nicht statt.
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