PERSPEKTIVE| FES BOSNIEN UND HERZEGOWINA Fortschritt trotz Stillstand Bosnien-Herzegowina rückt näher an die EU, ohne den Reformstau zu beenden JUDITH ILLERHUES Mai 2015 n Die Blockade des bosnisch-herzegowinischen Integrationsprozesses in die Europäische Union scheint überwunden – zumindest in formeller Hinsicht. Das Stabilisierungsabkommen, das bereits 2008 zwischen dem Land und dem Staatenbund geschlossen wurde, soll zum 1. Juni endlich in Kraft treten. Dies gilt als wichtiger Schritt für einen späteren Antrag auf Mitgliedschaft. n Die neue Entwicklung erfolgte durch einen Strategiewechsel der Europäischen Union. Mit dem Compact for Growth and Jobs wurden bereits im letzten Jahr wirtschaftliche Reformen in den Mittelpunkt gestellt. Verfassungsreformen rückten in den Hintergrund. Aufwind erhielt dieser Ansatz durch die»deutsch-britische« und später europäische Initiative, vorangebracht von Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seinem britischen Amtskollegen Philip Hammond. Sie forderten politischen Vertretern klare Reformversprechen ab. n Ob die jüngst gebildete Regierung auf Staatsebene und in den Entitäten tatsächlich reformorientiert handelt, ist derzeit schwer abzusehen. Strukturelle Probleme bleiben bestehen und sorgten schon für einen reformpolitischen Stillstand in der letzten Regierungsperiode. Stärkste Macht im bosnischen-herzegowinischen System ist immer noch die Blockademacht. Wichtige Vetospieler müssen eingebunden werden, wenn Reformen umgesetzt und ein EU-Mitgliedschaftsantrag in die nähere Perspektive rücken soll.
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Fortschritt trotz Stillstand : Bosnien-Herzegowina rückt näher an die EU, ohne den Reformstau zu beenden
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