INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Globale Wertschöpfungsketten organisieren Eine neue Herausforderung für Gewerkschaften CARSTEN HÜBNER August 2015 n Transnationale Unternehmen haben von der seit Jahrzehnten anhaltenden weltweiten Politik der Investitionsanreize, der Steuer-, Zoll- und Handelserleichterungen sowie der Deregulierung der Arbeitsmärkte enorm profitiert. Heute kontrollieren ihre globalen Wertschöpfungsketten 80 Prozent des Welthandels. n Gewerkschaften müssen den Mut zu neuen Organisierungsansätzen aufbringen, wenn sie diese Herausforderung annehmen und die Macht der Konzerne zurückdrängen wollen. Selbst die durchaus noch vorhandenen gewerkschaftlichen Hochburgen sind angesichts der fortschreitenden internationalen Arbeitsteilung in ihrer Existenz bedroht. Um sie zu sichern und wieder auszubauen, müssen Gewerkschaften lernen, grenzüberschreitend und entlang der Wertschöpfungsketten zu kooperieren und zu handeln. n Diese Herausforderung stellt sich auf allen Ebenen der Gewerkschaftsarbeit: lokal, sektoral, national und transnational. Dabei geht es nicht nur darum, die Risiken, sondern auch die Chancen der globalen Arbeitsteilung zu erkennen und zu nutzen. n Ein solcher Perspektivwechsel erfordert weitreichende organisatorische Veränderungen innerhalb der Gewerkschaften. Strategien für Kampagnen in und entlang globaler Wertschöpfungsketten erfordern den Aufbau von Netzwerken, die auf Kooperation, Vertrauen und vereinbarten Grundsätzen aufgebaut sind.
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Globale Wertschöpfungsketten organisieren : Eine neue Herausforderung für Gewerkschaften
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