PERSPEKTIVE| FES POLEN Vor den Parlamentswahlen 2015 Polen stellt sich neu auf JOANNA ANDRYCHOWICZ-SKRZEBA UND BASTIAN SENDHARDT Oktober 2015 n Nach acht Jahren Regierung durch die»Bürgerplattform« sehnt sich die polnische Gesellschaft nach Veränderung. Die PO konnte viele ihrer Versprechen nicht einhalten und zeigte zuletzt Anzeichen von Regierungsmüdigkeit. n Seit dem Erfolg ihres Kandidaten Andrzej Duda bei den Präsidentschaftswahlen gibt die Partei»Recht und Gerechtigkeit« den Takt der politischen Debatte vor. Die anderen Parteien haben größte Mühe, die PiS politisch anzugreifen. Laut Umfragen können bis zu sieben Parteien auf einen Einzug ins Parlament hoffen. Sicher scheint jedoch derzeit nur ein Wahlsieg der PiS. n Die linken politischen Kräfte des Landes treten als Wahlkoalition»Vereinigte Linke« zu den Sejm-Wahlen an. Aushängeschild der Kampagne ist Barbara Nowacka, die den linken Parteien nach dem deutlichen Scheitern bei den Präsidentschaftswahlen neues Leben einhauchen soll. Als Wahlkoalition muss die ZL jedoch eine Hürde von acht Prozent bewältigen, was den Umfragen zufolge keineswegs sicher ist. n Politische Detailfragen spielen im emotional aufgeladenen Wahlkampf eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen konzentrieren sich die politischen Kontrahent_innen vornehmlich darauf, sich persönlich anzugreifen. Eine stärker an Sachthemen orientierte politische Debatte findet nicht statt.
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