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Zuwanderer unerwünscht : die Flüchtlingsfrage spaltet die polnische Gesellschaft
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PERSPEKTIVE| FES POLEN Zuwanderer unerwünscht Die Flüchtlingsfrage spaltet die polnische Gesellschaft JUSTYNA SEGEŠ FRELAK November 2015 n Polen wird überwiegend als Durchgangsstation auf dem Weg zu den reicheren Län­dern der EU betrachtet. Dennoch wird auch Polen von Jahr zu Jahr zunehmend Ziel von Zuwander_innen, die jedoch weniger als ein Prozent der Gesamtgesellschaft ausmachen. n Aus Syrien oder Nordafrika treffen derzeit nur wenige Flüchtlinge in Polen ein. Die Migrationsrouten in die EU könnten sich jedoch ändern und zukünftig auch über Po­len führen. Ein dauerhafter Anstieg ist bei der Zahl ukrainischer Staatsbürger_innen zu erwarten, die vor allem wegen des Konflikts in der Ukraine nach Polen kommen. n Polen ist angesichts der Flüchtlingsfrage tief gespalten. Die Hasswelle im Internet und die öffentlichen Äußerungen derer, die gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sind, schockieren. Gleichzeitig spricht man sich in akademischen Kreisen sowie im Umfeld von NGOs für eine Politik der»offenen Arme« aus. n Gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sprechen sich in erster Linie politisch rechte Parteien aus, darunter die Gewinnerin der Parlamentswahlen am 25. Oktober 2015, die Partei»Recht und Gerechtigkeit«(PiS). Der Wahlkampf führte zu einer Radikali­sierung der Standpunkte sowie zu einer Emotionalisierung der Debatte.