PERSPEKTIVE| FES TANSANIA Rebranding oder Reform? Tansanias dominante Regierungspartei nach einem weiteren Wahlsieg ROLF PAASCH November 2015 n Tansania hat gewählt – und die am längsten regierende Partei Afrikas, Chama Cha Mapinduzi(CCM, vormals TANU), hat bei den Präsidentschafts-, Parlaments- und Distriktwahlen erneut mit eindeutigen Mehrheiten gewonnen. Die Opposition wirft der Regierung»massiven Wahlbetrug« vor, hat aber ihre Anhänger_innen aufgefordert, Ruhe zu bewahren. n In der semi-autonomen Teilrepublik Sansibar wurde das Ergebnis für die Wahl des sansibarischen Präsidenten und des dortigen Repräsentantenhauses vom Vorsitzenden der Wahlkommission(ZEC) annulliert, weil es beim Wahlgang zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Beobachter_innen vermuten jedoch, dass die Ergebnisse einen Wahlsieg der Oppositionspartei Civic United Front(CUF) anzeigten. Die dadurch virulent gewordene Verfassungskrise rüttelt an den Grundfesten der Vereinigten Republik Tansania. n Die Wahlen von 2015 waren die erste Abstimmung seit der Unabhängigkeit des Landes 1961 und der Einführung des Mehrparteiensystems 1992, bei dem Beobachter_innen sowie Bürgerinnen und Bürger der Opposition eine reelle Chance auf den Wahlsieg eingeräumt hatten, weil diese – unter dem Kürzel UKAWA – zum ersten Mal als Koalitionsbündnis antrat. n Das jüngste Wahlergebnis in Tansania demonstriert einmal mehr, wie sehr ein politisches System mit einer dominanten Regierungspartei den politischen Raum für das Abhalten fairer und demokratischer Wahlen zu begrenzen vermag. Dies gilt ungeachtet der grundsätzlich positiven Bewertung dieser Wahlen durch nationale und internationale Beobachter_innen.
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Rebranding oder Reform? : Tansanias dominante Regierungspartei nach einem weiteren Wahlsieg
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