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USA : Integration in den USA - Einwanderungsland par excellence
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FES BRIEFING USA Integration in den USA Einwanderungsland par excellence MICHAEL CZOGALLA Februar 2016 1. Die USA Immigranten Willkommen Die Vereinigten Staaten sind ohne Frage eines der größ­ten Einwanderungsländer der Welt. In der Tat lebten 2015 ein Fünftel der weltweiten Immigranten in den USA. Das sind knapp 41,3 Millionen außerhalb der USA geborene Menschen, was 13,1 % der gesamten US-­Bevölkerung von knapp 319 Millionen ausmacht ein nie dagewesener Rekord in diesem Land. Ganze 80 Mil­lionen Menschen gehören derzeit zur ersten und zweiten Generation von Immigranten. 2014 betrug die Anzahl der Einbürgerungen 654 949. Die meisten Anträge ba­sierten auf familiären Bindungen. Die Anzahl von Flücht­lingen und Asylsuchenden betrug 119 630 Menschen. Insgesamt erhielten bis 2013 47 %(19,3 Millionen) der Immigranten die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. In den verbliebenen 53 %(oder 22,1 Millionen) sind legale(Greencard) und illegale Immigranten(geschätzt 11,3 Millionen), sowie Menschen mit befristeten Stu­denten- und Arbeitsvisa inbegriffen. Zwischen 2012 und 2013 wuchs die Zahl der im Ausland geborenen US-Bevöl­kerung um 523 000 bzw. 1,3 %. Frauen machten 2013 51 % aller Immigranten aus. Das Durchschnittsalter der in den USA geborenen Bevölkerung liegt bei 35,9 Jahren und ist somit geringer als das von Immigranten, welches 43,1 Jahre beträgt. Seit ihrer Unabhängigkeitserklärung gab es drei große Einwanderungswellen in die USA: 1) Die nord- und mittel­europäische Welle(1840–1889) brachte 14,3 Millionen Einwanderer meist aus Deutschland und Irland. Gründe der Auswanderung waren religiöse Verfolgungen, po­litische Konflikte und die irische Kartoffelseuche und Hungersnot. Fremdenfeindlichkeit flammte vor allem in Kalifornien auf, wo Menschen Angst um ihre Arbeits­plätze hatten, weil es dort zu einer erhöhten wenn auch vergleichsweise geringen Einwanderung aus China kam. 2) Die süd- und osteuropäische Welle(1890–1919) zog 18,2 Millionen Einwanderer an. Dieser Welle lagen vor allem religiöse Verfolgungen von Juden in Osteuropa zugrunde. Dazu kamen Menschen aus Südeuropa, die sich bei den nach Westen expandierenden Eisenbahn­betrieben Arbeit erhofften. Wie schon während der ers­ten Welle erhöhte sich auch in der zweiten Welle die Fremdenfeindlichkeit gegenüber den Neuankömmlingen. Religiöse, politische und rassistische Gründe waren die Ursache, die sich meist gegen jüdische, römisch katho­lische und japanische Einwanderer richtete. 3) Mit der dritten, der so genannten Modernen Welle(1965–2015), kamen über 58 Millionen Einwanderer ins Land. In den ersten beiden Wellen dominierten Europäer mit jeweils an die 90 % die Einwanderung. Das änderte sich mit der dritten Welle. Die Immigration findet seit 1965 überwie­gend aus Lateinamerika(51 %) und Südostasien(25 %) statt. Aus Europa kamen noch 12 %(vor allem basierend auf die Zeit nach dem Ende des Kalten Krieges) und aus Afrika /  M  ittlerer Osten kamen ca. 8 %. Insgesamt hat sich die Einwanderung mit der dritten Welle vervierfacht(vgl. 1970: 9,6 Millionen und 2013: 41,3 Millionen) und geo­graphisch verschoben. Die geographische Verschiebung lag auch daran, dass mit dem 1965 verabschiedeten Immigration and Nationality Act das Quotensystem basie­rend auf nationaler Herkunft abgeschafft wurde. Es galt nun das Prioritätensystem, welches sich auf Qualifikation und familiäre Bande zu US-Bürgern konzentrierte. Das Gesetz limitierte die jährliche Visavergabe auf 170 000 Stück(ausgenommen direkte Verwandtschaft). Ein wich­tiger Langzeiteffekt war die demographische Verlagerung der Herkunft der Mehrheit der Immigranten, wie z. B. Asien, Lateinamerika, Afrika und der Mittlere Osten.