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Menschen mit Migrationshintergrund in der Rehabilitation : Zugänglichkeit und Ergebnisse
Entstehung
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Oliver Razum und Patrick Brzoska 06/ 2016 MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTER­GRUND IN DER REHABILITATION Zugänglichkeit und Ergebnisse AUF EINEN BLICK Menschen mit Migrationshintergrund nehmen Angebote medizinischer Rehabilitation seltener als Menschen ohne Migrationshintergrund in Anspruch. Sie weisen außerdem ungünstigere Versorgungsergebnisse auf. Diversitätssensible Versorgungstrukturen können einen Beitrag leisten, bestehende Barrieren in der Versorgung zu überwinden und eine nutzerorientiertere Ver­sorgung für die gesamte Bevölkerung, einschließ­lich Menschen mit Migrationshintergrund, zu ermöglichen. EINLEITUNG Aktuell leben ca. 16,5 Millionen Menschen in Deutschland, die einen Migrationshintergrund haben. Neben ausländischen Staatsangehörigen sie machen knapp die Hälfte der Bevöl­kerung mit Migrationshintergrund aus zählen hierzu auch deutsche Staatsangehörige, die selbst zugewandert sind, sowie ihre Kinder. Die beiden größten Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund sind Aussiedler_innen und Spät­­aussiedler_innen, u. a. aus der ehemaligen Sowjetunion und Polen, sowie Menschen türkischer Herkunft, die als sog. Gastarbeiter_innen überwiegend in den 1950er- bis Anfang der 1970er-Jahre nach Deutschland kamen und sich zusammen mit ihren Familien niederließen. 1 Menschen mit Migrationshintergrund unterscheiden sich in gesundheitlicher Hinsicht von Menschen ohne Migrations­hintergrund. Selbst migrierte Menschen sind im Durchschnitt oftmals gesünder als die Bevölkerung des Landes, aus dem sie stammen, und auch des Landes, in das sie migrieren(der sog.Healthy Migrant-Effekt, auf Deutsch:das Phänomen des gesunden Migranten). Bestimmte chronische Erkrankun­gen wie beispielsweise Diabetes treten bei Menschen mit Migrationshintergrund aber häufiger und in einem jünge­ren Alter auf. Zu diesen gesundheitlichen Unterschieden trägt neben einem im Durchschnitt geringeren sozioökono­mischen Status auch bei, dass Menschen mit Migrations­hintergrund häufiger in Fertigungsberufen arbeiten und hier hohen physischen und psychischen Arbeitsbelastungen aus­gesetzt sind. 2 Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallver­sicherung zeigen für die Gruppe der ausländischen Personen im erwerbsfähigen Alter eine Identifizierung von Menschen mit Migrationshintergrund ist in Routinedaten der Sozial­versicherungsträger, so auch der Unfallversicherung, nicht ohne Weiteres möglich, dass Arbeitsunfälle und Berufs­krankheiten bei ihnen häufiger als bei deutschen Staatsan­gehörigen vorkommen. Ebenso geht aus Daten der Deutschen Rentenversicherung hervor, dass ausländische Staatsange­hörige öfter als deutsche Staatsangehörige erwerbsgemindert werden, wobei die Unterschiede zwischen den Bevölkerungs­gruppen mit steigendem Alter zunehmen. 3 Versorgungsan­gebote der medizinischen Rehabilitation mit dem Ziel, gesund­heitlichen Belastungen und eingetretenen gesundheitlichen Schäden entgegenzuwirken, spielen vor diesem Hintergrund für Menschen mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle. In diesem Beitrag zeigen wir auf, dass das Versorgungssystem bisher nicht ausreichend auf die Vielfalt der Bevölkerung eingestellt ist. In der Folge stoßen Menschen mit Migrations­hintergrund auf zahlreiche Hürden, die den Zugang zur Gesundheitsversorgung erschweren und ihre Wirksamkeit einschränken können. In der medizinischen Rehabilitation wird das besonders deutlich, wodurch deren präventive Potenziale nicht hinreichend ausgeschöpft werden. Wir zeigen ferner auf, mit welchen Maßnahmen die Versorgung für die gesamte Bevölkerung, einschließlich Menschen mit Migrations­hintergrund, bedarfs- und bedürfnisgerechter gestaltet werden kann. >