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"Wir wussten, dass sie in Kabul keine Zukunft hatten" : Fluchtentscheidungen afghanischer Familien
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STUDIE »Wir wussten, dass sie in Kabul keine Zukunft hatten« Fluchtentscheidungen afghanischer Familien AFGHANISTAN ANALYSTS NETWORK August 2016 n In Afghanistan entscheiden sich jeden Tag Menschen zur Flucht. Viele fliehen inner­halb des Landes oder in die Nachbarstaaten Pakistan und Iran, immer mehr Men­schen machen sich aber auch auf den Weg nach Europa. 2015 kamen laut Europä­ischer Kommission 213.000 afghanische Flüchtlinge nach Europa. Damit bilden sie nach den Syrer_innen die zweitgrößte Flüchtlingsgruppe in der EU. n Die Flucht nach Europa ist für viele afghanische Familien keine isolierte Einzelentschei­dung, sondern lediglich das aktuelle Kapitel in einer jahrzehntelangen Migrations­biografie. Seit mehr als dreißig Jahren lösen Regimewechsel und Kriege, staatliche Fragilität und ökonomische Perspektivlosigkeit immer wieder massive Flucht- und Abwanderungsbewegungen aus. n Die vorliegende Studie erforscht, was Familien in Afghanistan dazu bewegt, ein Fa­milienmitglied auf die Flucht nach Europa zu schicken bzw. gehen zu lassen. Die Studie, die auf qualitativen Interviews basiert, trägt illustrativen Charakter und wid­met sich der Kontextualisierung von Fluchtentscheidungen. Die befragten Familien geben Auskunft darüber, warum sie Europa als Ziel der Flucht gewählt haben, wie die Flucht vorbereitet wurde und welche persönlichen und gesellschaftlichen Auslö­ser hinter der Entscheidung stehen.