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Zwischen Kommen und Bleiben : ein gesellschaftlicher Querschnitt zur Flüchtlingspolitik
Entstehung
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Die Suche nach einem weiten Blick Vorwort der Herausgeber André Biakowski  Martin Halotta  Thilo Schöne I n was für einem Deutschland leben wir aktuell? Und in was für einem Land werden und wollen wir künftig leben? Diese Fragen stellt man sich normalerweise im Alltag wohl eher selten. Doch die Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik seit 2015 lassen es nicht zu, sich in seine Alltagswelt zu­rückzuziehen und so zu tun, als betreffe einen all das, was um einen he­rum geschieht, was täglich in den Nachrichten gezeigt und in den sozia­len Netzwerken kommentiert wird, nicht selbst. Im Zentrum der Debatte stehen Menschen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und anderen Län­dern, die ihre Heimat verlassen müssen und sich unter Lebensgefahr auf den unsicheren Weg nach Europa begeben, um Schutz, eine Perspektive und vielleicht eine neue Heimat zu finden. Die Menschen kommen nach Deutschland, viele, um zu bleiben.Zwischen Kommen und Bleiben gilt es, einen Weg zu finden für die Zufluchtsuchenden und für die Aufnah­megesellschaft. In den politischen Debatten auf der Suche nach einem richtigen Weg scheint sich die Gesellschaft zu spalten. Zum einen gibt es die Menschen, die teils in ihrer beruflichen Funktion, teils privat alles in ihrer 18 Vorwort Vorwort der Herausgeber Macht Stehende tun, um die Geflüchteten willkommen zu heißen und ih­nen bei der Eingewöhnung zu helfen. Jene, die mit einem unglaublichen, teils ehrenamtlichen Engagement strukturelle Löcher der staatlichen Or­ganisation füllen und damit ein gesellschaftliches Statement formulieren: Refugees Welcome! Demgegenüber stehen Teile der Bevölkerung, die sich angesichts der neuen Situation von diffusen Ängsten überwältigen lassen und angestachelt durch AfD oder Pegida in Wutbürger verwan­deln, aus der Überzeugung heraus, etwas verteidigen zu müssen, das ih­nen vermeintlich von den Geflüchteten weggenommen werden würde. Sich aktuellen Veränderungen bewusst zu werden, ist der erste Schritt zum Handeln. Aus dieser Überzeugung heraus taten sich André ­Biakowski und Martin Halotta Ende 2015 zusammen. Jedoch nicht, um einfach nur ein weiteres Buch zum ThemaFlucht herauszugeben, sondern um ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Verfassung unseres Landes zu skiz­zieren. Der Anspruch dabei: möglichst viele und unterschiedliche Stim­men zu einem bundesweiten Querschnitt zu vereinen, welcher als Buch mit ganz verschiedenen Beiträgen zu differenzierten Diskussionen über die Flüchtlingspolitik einlädt. Ohne Frage: eine Herkulesaufgabe. Umso erfreulicher, dass ab Anfang 2016 die Friedrich-Ebert-Stiftung mit Thilo Schöne als Mitherausgeber die ursprüngliche Intention auf ein größeres Parkett stellte und das Buch durch ihre Netzwerke bereicherte. Daraus entstand eine gleichberech­tigte Kooperation, die das Ihnen vorliegende Buch maßgeblich prägte. Das geschah aber nicht zufällig, sondern folgte dem Leitgedanken des Stiftungszweckes, die politische und gesellschaftliche Bildung von Men­schen aus allen Lebensbereichen im Geiste von Demokratie und Pluralis­mus zu fördern. Die Friedrich-Ebert-Stiftung will dabei im Bereich Migra­tion genau wie dieses Buch den Menschen eine Stimme geben, die im Alltag kaum in der Öffentlichkeit gehört werden. In den zurückliegenden zwölf Monaten haben wir uns sehr intensiv mit dem ThemaFlucht auseinandergesetzt. Wir haben unterschiedliche Vorwort 19