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Zwischen Kommen und Bleiben : ein gesellschaftlicher Querschnitt zur Flüchtlingspolitik
Entstehung
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Mein Feind ist doch ein Mensch späteren Zeitpunkt über unsere Arbeit, wie zum Beispiel über die Veran­staltungen imHaus der Religionen. Ich kann die Welt nicht verbessern, aber vielleicht kann ich, zusammen mit meiner Frau Anikó, einen winzigen Beitrag zur Erleichterung der ers­ten Schritte für Flüchtlinge in einem fremden Land mit einer völlig frem­den Kultur leisten. Ja, gerade ich, als Schoa-Überlebender im Ghetto von Budapest, als ehemaliger Soldat der israelischen Verteidigungsarmee und als Rabbiner der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover. Zur Person Dr. Gábor Lengyel Geboren in Budapest/Ungarn 1941. Verheiratet, vier erwachsene Kinder. Dr. Lengyel ist Rabbi­ner der Liberalen Jüdischen Gemeinden Hannover und Göt­tingen. Zudem ist er Lehrbeauftragter am Institut für Theologie und Religions­wissenschaft der Leibniz-Universität Hannover. Seine Schwerpunkte sind: Grund­lagen des J­udentums sowie Ethik im Judentum. 46 Kapitel 1 Bemerkungen zur Lage »unserer Tage« Aiman A. Mazyek E s sind zwei wichtige Worte, die diesen Artikel überschreiben:unsere Tage. Freundlich und warm klingen sie, strahlen Gemeinsamkeit aus, auch Teilhabe und markieren das positive Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, eben dazuzugehören. Den Titel empfinde ich auch deswegen als schön, weil ich ihn program­matisch verstehe. Er zeigt das Verbindende in unseren Tagen; dies wieder mehr zu betonen und das Trennende weniger in den Mittelpunkt zu rü­cken, ist wichtig. Und schließlich finde ich diesen Titel noch aus einem weiteren Grund passend: Er lenkt den Blick auf diejenigen Menschen, die meinen, viel­leicht nicht mehr dazuzugehören, die sich an die Ränder der Gesellschaft gedrängt sehen oder glauben, schon ganz draußen zu sein. Weil sie gar nicht mehr gebraucht oder sogar abgelehnt werden.Das sind nicht un­sere Tage, das sind deren Tage, würden sie kritisch einwenden. Ich beteilige mich gern an dieser Anthologie, weil ich finde, dassun­sere Tage bedroht sind.Uns, so fürchte ich, könnte sich künftig auf eine womöglich immer kleiner werdende Gruppe von Menschen bezie­hen. Das sollte nicht zwangsläufig so sein. Es lohnt sich nicht nur, sich mehr für ein besseresWir einzusetzen, es ist auch dringend geboten. Leider ist festzustellen: Zuerst die Finanzkrise, dann die Flüchtlingswelle mit den sich dadurch weiter verstärkenden antiislamischen Ressentiments und der sich auf den Islam berufende Terrorismus haben die Mitte unse­ 47