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Zwischen Kommen und Bleiben : ein gesellschaftlicher Querschnitt zur Flüchtlingspolitik
Entstehung
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Integration und interreligiöser Dialog Diese Würde gilt für alle Menschen. Sie besteht unabhängig von Religion und Herkunftsland und ist grundlegend für unsere europä­ische Kultur. 10 Mögen deshalb in Sachsen-Anhalt auch weiterhin Solidarität, Weltoffen­heit und ein friedliches Miteinander selbstverständlich sein. Zur Person Bischof Dr. Gerhard Feige Dr. Gerhard Feige, geboren 1951 in Halle(Saale), Studium der Philosophie und Theologie in Erfurt, 1978 Priesterweihe, 1988 Promotion, Studienaufenthalt in Rom, 1994 Berufung zum Professor für Alte Kircheng­ eschichte, Patrologie und Ostkirchenkunde in Erfurt, ab 1999 Weihbischof in Magdeburg, seit 2005 Bischof von Magdeburg, seit 2012 Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofs­konferenz, seit 2014 Mitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. 10  Gemeinsames Wort zur Flüchtlingssituation, 2015. 62 Kapitel 1 Wir brauchen einen langen Atem… Vom stetigen Einspruch des Fremden in das Eigene Bischof Dr. Dr. h. c. Markus Dröge D eutschland hat im Jahr 2015 mit seinem überwältigenden Engage­ment für Flüchtlinge ein neues Gesicht gezeigt. Dieses Bild hat die Öffentlichkeit geprägt, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Ich kann dieses Bild für die vielen haupt- und vor allem ehrenamtlich enga­gierten Menschen in den Kirchengemeinden und den Einrichtungen der Diakonie nur unterstreichen. Unsere Gesellschaft und auch wir als Kirche haben viele Ressourcen und Mittel eingesetzt, um Menschen, die in Not geraten sind, Zuflucht zu gewähren. Vor allem aber haben sich unzäh­lige Menschen sozial engagiert und für andere eingesetzt und tun dies weiterhin. Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, öffnen uns die Augen für die Rea­lität der Globalisierung. Die Probleme der Globalisierung sind kein Phä­nomen der fernen anderen, sondern betreffen uns in gleicher Weise hier in Europa und in Deutschland. Abgründe und Hilflosigkeit tun sich auf. Verdrängte europäische Probleme werden offenbar. Ein neuer Nationa­lismus hält in vielen europäischen Staaten Einzug, der sein Heil im Eige­nen sucht. Und auch in Deutschland haben wir mit Rechtspopulisten und rechtsextremen Kräften zu kämpfen, die längst nicht mehr nur mit Wor­ten zündeln. Wir leben nicht in einer Ära des Wandels, sondern erleben den Wan­del einer Ära, hat Papst Franziskus im November 2015 vor italienischen Bischöfen gesagt. Offensichtlich haben die eigentlichen Herausforderun­gen für Europa jetzt erst begonnen. Die Frage, ob und wie Europa die Herausforderung der Flüchtlingsnot bewältigt, ist zu einer Schlüsselfrage  63