Der Eintritt kostet nur ein high five Ein Interview mit Culcha Candela Klaus Marschall B erlin, 22. März 2016. Es beginnt zu regnen, doch ich sitze im Trockenen und warte in einem Restaurant auf die glorreichen Vier der Berliner Band Culcha Candela: Mateo, Johnny, Chino und Don Cali. Ihre Songs wie zum Beispiel„Monsta“ oder„Hamma!“ erreichten im In- und Ausland Gold- und Platinstatus. Culcha Candela steht als eine der erfolgreichsten Popbands Deutschlands für einen Mix unterschiedlicher Kulturen und vereint zahlreiche, musikalische Einflüsse von Reggae, Dancehall und Hip-Hop. Nach einer kreativen Pause ist die Band seit 2015 mit dem aktuellen Album„Candelistan“ wieder zurück und ich habe natürlich 1.000 Fragen an die Jungs. Die Tür geht auf und einer nach dem anderen betritt das Restaurant. Hallo! Schön, dass Ihr hier seid und Euch die Zeit für ein Interview nehmt. Culcha Candela ist wieder zurück. Super! Was ist seitdem bei Euch so passiert? Johnny: Wir haben eine Tour hinter uns, ein neues Album veröffentlicht –„Candelistan“ – und einen neuen Sound in der Viererbesetzung kreiert. Weiter haben wir mit vielen neuen Leuten zusammengearbeitet und neue Bühnenshows entwickelt. Jetzt ist Culcha Candela mit voller Kraft back! An den Start bringt Ihr als Album gleich ein ganzes musikalisches Land: „Candelistan“. Wie würdet Ihr dieses Land beschreiben? 72 Kapitel 1 Klaus Marschall Chino:„Candelistan“ ist unser Heimatland. Unsere utopische Heimat. Dort fühlen wir uns sehr wohl, weil dort die Menschen sehr offen, herzlich und unvoreingenommen sind. Und genauso wünschen wir uns, dass die Realität auf der ganzen Welt aussähe. Wir haben„Candelistan“ als musikalisches Traumland und Vorbild konzipiert. In diesem Land gibt es keinen Hass. Keine Grenzen – jeder ist willkommen. Der Eintritt kostet nur ein high five! Mateo, ist der Mix verschiedener kultureller Einflüsse auf dem Album etwas Neues oder ist das schon immer ein Anspruch der Band gewesen? Mateo: Schon immer! Der musikalische Mix unterschiedlicher Einflüsse ist die Grundlage unserer Band und der Musik, die wir machen – also nix Neues! Don Cali: Das ergibt sich ja schon aus unserem Namen: Culcha Candela. Mateo: Ja! Johnny: Die verschiedenen kulturellen Richtungen geben unserer Musik Feuer, positive Kraft und Energie. Ist die Band mit dem neuen Album, jetzt in der Viererbesetzung, etwas reifer oder auch erwachsener geworden? Don Cali: Geordneter und musikalisch übersichtlicher vielleicht! Erwachsener sind wir in unserer Pause geworden. Wir haben uns alle einfach mal Zeit genommen, darüber nachzudenken, was wir so erlebt haben. Da reift man ein bisschen! Und all das brachten wir dann wieder in unser neues Album ein. Wie kann denn aus Eurer Sicht„Candelistan“ in Deutschland Realität werden? Gerade im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingssituation braucht es ja etwas mehr als nur ein high five. Chino: Es gibt so viele Menschen, die notgedrungen ihre Heimat verlas 73
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Zwischen Kommen und Bleiben : ein gesellschaftlicher Querschnitt zur Flüchtlingspolitik
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