Sei du selbst der erste Funke Florian Molzahn I m Dezember 2015 wurde ich von einer bunt gemischten Jury zum Mister Germany 2016 gewählt. Die ersten Überschriften in den Zeitungen und im Fernsehen waren:„Das ist Deutschlands schönster Mann“. Schönheit? Das alleine ist mir zu wenig. Für jedes Jurymitglied galt:„Das Komplettpaket hat gewonnen! Aussehen, gesunder Körper, Charakter, Charisma, soziale Absichten und bereits längeres Engagement.“ Und genau so sehe ich es ebenfalls: Aussehen ist Geschmackssache! Ist vergänglich. Doch der Charakter und das Charisma währen ewig. Weil ich das glaube, arbeite ich auch als Coach und Personal Trainer. Dabei geht es mir immer um den Menschen. Ich weiß, das klingt abgedroschen, aber so ist es. Es sind nicht immer Sporteinheiten, die meine Kunden gerade brauchen. Mal ist es eine Sporteinheit, mal aber auch der Austausch über die Ernährung oder das„Ausredenlassen“ über den stressigen Berufsalltag, damit sie wieder zur inneren Ruhe finden können. Ich begleite sie mit Motivation, dem Glauben an jeden einzelnen und der Zuversicht, dass seine oder die gemeinsam gesteckten Ziele erreicht werden. Könnte das nicht auch ein Ansatz für unseren Umgang mit den vielen Flüchtlingen sein, die zu uns kommen? Viele von ihnen erreichen Deutschland nur mit dem, was sie am Leibe oder mit ihren Händen tragen können. Den letzten Funken Hoffnung auf ein Leben in Frieden h aben sie oft mit dem Verlust der eigenen Heimat bezahlt. Ist uns das bewusst? Motivation: Stellen wir diese Menschen in die Mitte unserer Gesellschaft, nicht an den Rand. Glaube: Begegnen wir ihnen offen und nicht als Angstbürger und mit Vorbehalten. Denn auch wir würden bei gleichen oder ähnlichen Situationen in Deutschland unsere Heimat verlassen und uns über jede offene Geste freuen, die uns dann in Empfang nähme. Zuversicht: 80 Kapitel 1 Florian Molzahn Trauen wir ihnen zu, dass sie sich in unsere Gesellschaft integrieren werden, und gestehen wir uns ein, dass dies für sie schwer ist. Geben wir ihnen die Zeit, die sie zur Erreichung ihrer ganz persönlichen Ziele brauchen: Sprache, Bildung, Arbeit. Inneren Frieden! Unter diesen Gesichtspunkten sehe ich jeden Menschen um mich herum. Im Kern: Wie schlägt ihr/sein Herz? Und dabei ist es mir egal, woher der Einzelne kommt. Wir sind im Ursprung alle gleich. Der„Wille“ der Welt besteht doch aus der Harmonie und Verantwortung allem gegenüber, was sich auf ihr befindet. Wir sind Brüder. Wir sind Schwestern. Wir sind alle ein Teil dieser Welt. Und nur gemeinsam können wir diese mit Verantwortung gestalten. Die Basis dafür ist da: die Vernunft. Wir müssen nichts tun, außer mit ihr – in ihr – zu leben. Ich glaube, wir sind von klein auf Pioniere. Erforscher der Welt und was dahinter verborgen zu liegen scheint. Einer alleine kommt da nicht weit. Dazu gehören viele. Viele Völker und Kulturen. Verschiedene Denkansätze, um das eigene Denken und Handeln stets zu hinterfragen und um letztlich Entwicklung zu ermöglichen. Bei Machthungrigen lässt dabei leider das periphere Sehen nach. Diese verlieren nach und nach die Fähigkeit, mit einer breiteren Perspektive im Hier und Jetzt und in die Zukunft zu sehen. Sich selbst zu fragen: Was haben meine Entscheidungen kurz-, mittel- und langfristig für Auswirkungen auf den„Willen” unserer Welt? Viel zu selten ist dabei der eigene Blick auf das Wohl der Menschheit gerichtet, obwohl wir alle unter einem„Dach“ leben und uns alle nach Harmonie sehnen. Das macht uns doch gleich. Bei all diesen Worten fragt man sich wahrscheinlich: Ist Florian gläubig? Spirituell oder esoterisch? Ich glaube daran, dass, wenn wir mehr auf unser Herz und unseren Bauch hören würden, wir viel mehr wunderbare Dinge vollbringen könnten. Denn, wer kennt den Satz nicht:„Hätte ich nur besser auf mein Bauchgefühl gehört!“ Eigentlich wissen wir es, und doch handeln wir nach dem Kopf, der uns zu sagen scheint, auf unvorhersehbare Situationen, wie die aktuelle Flüchtlingsthematik, mit Angst und Vorbehalten reagieren zu müssen. Die Medien verstärken dies noch. Aber wo ist da in uns die Vernunft? Motiva 81
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Zwischen Kommen und Bleiben : ein gesellschaftlicher Querschnitt zur Flüchtlingspolitik
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