Druckschrift 
Vom Ende der Geduld : Afghanische Flüchtlinge in Pakistan
Einzelbild herunterladen
 

STUDIE Vom Ende der Geduld Afghanische Flüchtlinge in Pakistan SANAA ALIMIA September 2016 n Jahrzehntelang war Pakistan Heimat für eine der größten Flüchtlingsgemeinschaften der Welt. Seit Ende der 1970er Jahre gab und gibt es massive Fluchtbewegungen von Afghanistan nach Pakistan. In den späten 1990er Jahren fanden zwischen sechs und sieben Millionen Afghan_innen in ihrem Nachbarland Zuflucht. n Nach 2001 und der NATO-geführten Intervention in Afghanistan sind Millionen afghanischer Flüchtlinge in ihr Heimatland zurückgekehrt. Dessen ungeachtet be­herbergt Pakistan weiterhin ungefähr 1,5 Millionen registrierte Flüchtlinge. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von geschätzten ein bis zwei Millionen undokumentierten afghanischen Migrant_innen in Pakistan. n Der Rechtsstatus von Afghan_innen in Pakistan ist ein umstrittenes Thema. Nur ein Teil der afghanischen Flüchtlinge in Pakistan ist in der Lage, sich zu registrieren. Aller­dings genießen nur registrierte Flüchtlinge bestimmte, vom pakistanischen Staat und der Völkergemeinschaft gewährte Rechte und haben Zugang zu entsprechenden Unterstützungsstrukturen. n Gegenwärtig sehen sich afghanische Flüchtlinge in Pakistan insbesondere die Flüchtlinge aus den unteren Einkommensklassen mit zunehmender Diskriminie­rung von Seiten der pakistanischen Politik und Behörden konfrontiert. Der Druck, Pakistan zu verlassen, steigt. Zudem sind bestimmte Minderheiten innerhalb der af­ghanischen Diaspora, insbesondere die Hazara, steigender konfessionell motivierter Gewalt von militanten Islamisten in Pakistan ausgesetzt. Viele Afghan_innen, die nicht in der Lage bzw. nicht bereit sind, nach Afghanistan»zurückzukehren«, ent­scheiden sich, über irreguläre Wege in Drittländer auszuwandern. Der Umstand, dass der Fokus der Politik bisher einseitig auf der Rückführung der Flüchtlinge nach Afghanistan liegt, verhindert die Diskussion anderer dauerhafter Lösungsansätze in dieser Frage.