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Wirtschaft 4.0: es gibt Arbeit
Entstehung
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Enzo Weber 29/ 2016 WIRTSCHAFT 4.0: ES GIBT ARBEIT AUF EINEN BLICK Im Zuge der 4.0-Digitalisierung sind Umwälzungen bei Berufen und Qualifikationen absehbar. Bildung und Ausbildung sind entscheidende Handlungsfel­der, mit universitärem Fokus ebenso wie mit einer Weiterentwicklung der beruflichen Bildung. Indus­triepolitisch ist die Anpassungsfähigkeit des Mittel­stands zu unterstützen. Die Arbeitsmarktpolitik dürfte sich einem stärkeren Umschlag und höheren Quali­fizierungsbedarfen gegenübersehen. Die soziale Sicherung sollte erweitert werden. Industrie 4.0 ist seit einigen Jahren in aller Munde. Auch wenn dies in Teilen einem Hype zuzuschreiben ist, dürfte die intelligente und vernetzte Digitalisierung für die Arbeits­welt doch profunde Änderungen bewirken. Nach den bisheri­gen industriellen Revolutionen geht es nun um die Vernetzung der virtuell-digitalen und physischen Welt sowie maschinel­les Lernen in der Produktion. Ziel ist, dass die Wertschöpfungs­kette, auch über Betriebsgrenzen hinaus, vollständig digital gesteuert werden beziehungsweise sich selbstorganisiert steuern kann. Eine effizientere, flexiblere und individuellere Produktion soll das Ergebnis sein. Betriebswirtschaftlich geht es also einerseits um eine neue Organisation und Arbeitsteilung in der Produktion, auch zwischen Mensch und Maschine. Andererseits geht es aber auch darum, neue Ideen und neue Wertschöpfung aus den Möglichkeiten der Digitalisierung und der Nutzung großer Datenmengen zu entwickeln. Dies läuft also auf neue Ge­schäftsmodelle auf der Marktseite der Unternehmen hinaus. und Anlagenbau und in der Sensortechnik. Hier hat die In­vestitionsgüter- und Exportindustrie ihre typischen Stärken. Bei Cloud-Technologien und Big Data sind hingegen andere führend, zuvorderst die USA. Gerade diese letzteren Felder könnten aber die Kerne einer intelligenten Steuerung und Kommunikation bilden. In dieser Hinsicht könnte sich Deutsch­land schnell in der Rolle einer verlängerten Werkbank der neuen digitalen Wirtschaft wiederfinden, wenn man sich zu sehr auf die traditionelle Stärke beispielsweise im Maschi­nenbau verlässt. Die gerade im letzten Jahrzehnt unangreif­bare Exportstärke im hochwertigen Industriegütermarkt wäre dann nicht mehr garantiert. Die zweite Stärke, die ebenfalls zur Schwäche werden kann, liegt in der Struktur der deutschen Wirtschaft: Während die Nachrichtenlage wie üblich von den Großkonzernen beherrscht wird, ist die große Mehrheit der Arbeitnehmer_innen bei klei­nen und mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Sorgen um die Innovationsfähigkeit des deutschen Mittelstands musste man sich in der Vergangenheit nicht machen. Die 4.0-Digita­lisierung spielt sich aber auf einem neuen Niveau von Abstrak­tion, Komplexität und Vernetzung ab, dessen Handhabung in den begrenzten Strukturen kleinerer Unternehmen lange kein Selbstläufer ist. Auch innerbetrieblich wird das deutsche System vor Heraus­forderungen gestellt. Produktions-, Wissens-, Vertriebs- und Entwicklungsarbeit wachsen enger zusammen. Die typisch deutsche berufliche Aufgabenverteilung wird damit weniger trennscharf. Gleichzeitig werden Hierarchien flacher. Statt formaler Autorität wird es stärker auf themenspezifische Netzwerke und Informationsflüsse ankommen. Die auf Pro­duktivität und Qualität ausgerichteten Stärken vieler deutscher Betriebe müssen in Richtung Flexibilität weiterentwickelt werden. Hierbei gilt es auch, die betrieblichen Flexibilitäts­AUS STÄRKEN KÖNNTEN SCHWÄCHEN > WERDEN Wie stehen speziell die Aussichten der deutschen Wirtschaft im Zuge der Digitalisierung? Deutschland ist einerseits gut aufgestellt, andererseits warten aber auch ganz neuartige Herausforderungen(vgl. Weber 2016). Exzellent vertreten sind deutsche Unternehmen vor allem im vernetzten Maschinen-