O KT 2016 MANAGERKREIS DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG Digital Labs – Ideenturbo der digitalen Transformation oder Statussymbol für Vorstände? Die Digitalisierung der Wirtschaft birgt enorme Chancen. Zum einen ergeben sich durch neue Technologien Geschäftsmöglichkeiten, zum anderen sind deutsche Konzerne und Mittelständler unsicher, wie genau sie diese Potenziale heben sollen. Wenn Unternehmen Digital Labs als integralen Bestandteil ihrer Digitalisierungsstrategie begreifen und die richtigen Hebel dafür in Bewegung setzen, kann die Unternehmensgeschichte positiv ins neue, digitale Zeitalter fortgeschrieben werden. Das Impulspapier beschäftigt sich mit der Frage, wie Unternehmen erfolgreich digitale Ideenlabore aufbauen und betreiben können. Dabei werden Aspekte wie Standortwahl, Management und der Aufbau von Ökosystemen und Partnerschaften beleuchtet, die berücksichtigt werden müssen, um den Erfolg von Innovationsprojekten zu gewährleisten. Thorsten Ramus und Carlo Velten Digital Labs als elementarer Bestandteil von Digitalisierungsstrategien Deutsche Unternehmen sind hervorragend im Bereich von inkrementellen Innovationen, die sich in Forschung und Entwicklung(FuE) abspielen und Optimierungs- oder Effizienzsteigerungs-Output mit sich bringen. Demgegenüber stehen radikale, disruptive Innovationen, die im klassischen Umfeld von Konzernen und kleinen und mittleren Unternehmen(KMU) schwer zur Entfaltung kommen. Zum einen versagen klassische Planungsmethoden, zum anderen sind die Konzernmärkte von morgen bislang noch zarte Pflänzchen mit einer steilen Wachstumskurve und nicht zuletzt leisten oftmals die Mitarbeiter_innen selbst ihren Beitrag, dass sich hoffnungsvolle Ideen im Unternehmen nicht adäquat umsetzen lassen. Deswegen sind Digital Labs heute ein elementarer Bestandteil der Digitalisierungsstrategien deutscher Konzerne und Mittelstandsunternehmen. Über sechzig Digital Labs werden derzeit in Deutschland betrieben oder stehen kurz vor der Inbetriebnahme. Bis 2020 werden viele weitere Unternehmen Digital Labs aufbauen, um den eigenen Innovations- und Digitalisierungsprozess zu beschleunigen. Der Markt ist durch eine hohe Dynamik gekennzeichnet. So wurden 25 der 61 untersuchten Labs erst im Jahr 2015 gegründet und initiiert. Nach Prognosen des Beratungsunternehmens Crisp Research AG wird sich der Anteil derjenigen mittelständischen und Großunternehmen, die eigene Digital Labs betreiben, von knapp 60 auf bis etwa 300 Unternehmen verfünffachen. Die jährlichen Ausgaben für den Betrieb der Digital Labs werden dann bei rund 1,5 Milliarden Euro liegen. Doch was leisten diese Corporate Digital Labs für die Unternehmen? Was ist deren strategische Zielsetzung? Und was sind die Erfolgsfaktoren, um die richtigen Talente zu attrahieren und gleichzeitig die neuen Ideen und Impulse zielgerichtet in eigene Unternehmensorganisation und-prozesse zurückzuführen? Wie können Corporate Digital Labs den Charme jener hippen Inkubatoren versprühen, die von den großen Internetund Venture Capital-Unternehmen in den letzten zehn Jahren aufgebaut wurden? Sind Corporate Digital Labs der Katalysator der Digitalen Transformation oder nur Statussymbol für Geschäftsführer_innen(Chief Executive Officer, CEO) und ein Millionengrab ohne nachhaltigen Innovationsbeitrag? Strategische Ziele und Funktionen von Digital Labs Was muss ein Digital Lab für das Unternehmen leisten, um als erfolgreich gelten zu dürfen? Dazu gilt es, die wesentlichen strategischen Zielsetzungen und Funktionen zusammenzufas-
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Digital Labs : Ideenturbo der digitalen Transformation oder Statussymbol für Vorstände?
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