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Ecuador: eine Epoche geht zu Ende : Präsidentschaftswahlen 2017
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PERSPEKTIVE| FES ECUADOR Ecuador: Eine Epoche geht zu Ende Präsidentschaftswahlen 2017 MANUELA CELI MOSCOSO Februar 2017 n Die allgemeinen Wahlen im Februar 2017 stehen im Zeichen der Beschränkungen des ecuadorianischen politischen Systems. Nach einem Jahrzehnt fast uneinge­schränkter Vorherrschaft der Bewegung Alianza PAIS als hegemonischer Kraft auf nationaler Ebene zeichnet sich heute eine Tendenz zur Herausbildung einer neuen politischen Landschaft ab, die jedoch angesichts der Starrheit der Regierungspolitik und des erneuten Auftretens der alten konservativen Sektoren unter neuen Partei­namen keine Alternative bildet. n Der politische Verschleiß der Alianza PAIS, die schweren Wirtschaftsprobleme des Landes und die Schwächung der progressiven Kräfte in der Region sind nur einige Elemente, die zu einer größeren Bandbreite der Wahloptionen beitragen. Dass der jetzige Präsident Rafael Correa, der seit 2006 im Amt ist, nicht mehr kandidiert, wirkt sich zudem direkt auf die Chancen seiner Partei aus; und es belegt ihren nied­rigen Organisationsgrad und ihre nachgeordnete Stellung angesichts eines ausge­prägten Präsidentialismus. n Hinsichtlich ihrer Diskurse decken die acht für die Präsidentschaftswahl registrierten Kandidat_innen ein relativ klar definiertes programmatisches Spektrum ab. Die Aus­einandersetzung reduziert sich auf einen Wettbewerb zwischen zwei Sektoren der politischen Rechten und dem Kandidaten der Alianza PAIS, der ideologisch mehr­deutige Positionen vertritt. Ohne große Erfolgsaussichten, aber mit einer gewissen Fähigkeit, die politischen Szenarien mitzugestalten, nimmt auch die traditionelle So­zialdemokratie teil, die ein Bündnis mit anderen Kräften eingegangen ist, die sich selbst der Mitte oder dem Mitte-links-Spektrum zurechnen. n Die Wahltendenzen schwanken zwischen einem möglichen knappen Sieg der Alian­za PAIS im ersten Durchgang und einer Stichwahl, bei welcher der Regierungskan­didat, Lenin Moreno, gegen den Vertreter oder die Vertreterin der Rechten Guil­lermo Lasso oder Cynthia Viteri antreten würde, die zurzeit noch um den zweiten Platz kämpfen.