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Ghana will den Wandel : sozialdemokratischer NDC kann bei den Wahlen nicht überzeugen
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PERSPEKTIVE| FES GHANA Ghana will den Wandel Sozialdemokratischer NDC kann bei den Wahlen nicht überzeugen CHRISTOPHER FORST Januar 2017 n Bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 7. Dezember 2016 haben der amtierende Präsident John Dramani Mahama und der von ihm angeführte sozialde­mokratische National Democratic Congress(NDC) eine herbe Niederlage einstecken müssen. Wahlgewinner wurde Oppositionsführer Nana Addo Dankwa Akufo-Addo, dessen New Patriotic Party(NPP) zudem über eine stabile Mehrheit im Parlament verfügen wird. Trotz spürbarer Verunsicherung im Vorfeld der Wahlen verlief der Wahltag fast überall friedlich. n Hohe Jugendarbeitslosigkeit, rückläufige Reallöhne und niedriges Wachstum haben das Vertrauen der Wähler_innen in den NDC erschüttert. Die zunehmende Abhän­gigkeit vom Internationalen Währungsfonds(IWF) infolge einer durch den allgegen­wärtigen Klientelismus vorangetriebenen Schuldenfalle hat die Handlungsfähigkeit der Regierung eingeschränkt. Mahamas Partei hat es zudem nicht vermocht, eine glaubwürdige sozialdemokratische Vision zu vermitteln. n Neben einem personellen Neuanfang werden frische programmatische Ideen nötig sein, um den NDC wieder attraktiv zu machen. Das Votum der Wähler_innen scheint sich dieses Mal offenkundig mehr an Themen und weniger an ethnischen und tra­ditionellen Faktoren orientiert zu haben als in der Vergangenheit. Dies wird auch durch die Klarheit des Ergebnisses deutlich. Um für eine bessere Lebenssituation der breiten Bevölkerung zu sorgen, werden sich die Akteure aus allen politischen La ­gern nun vom Klientelismus verabschieden und Ideen für beschäftigungsorientiertes Wachstum entwickeln müssen.