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Die Schattenwirtschaft überwinden
Entstehung
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Die Schattenwirtschaft überwinden Joseph E. Stiglitz, Mark Pieth Januar 2017 n Weltweit wächst der Konsens darüber, dass Steueroasen Jurisdiktionen, die globa­le Standards zur unternehmerischen und finanziellen Transparenz unterlaufen ein globales Problem darstellen: Sie ermöglichen Geldwäsche sowie Steuervermeidung und Steuerhinterziehung und begünstigen damit Kriminalität und eine unannehm­bar hohe Ungleichheit bei der Verteilung des globalen Wohlstands. n Als führende Wirtschaftsakteure sind die Vereinigten Staaten und Europa in der Pflicht, Finanzplätze zur Einhaltung globaler Transparenzstandards zu zwingen. Dass sie hierzu über die erforderlichen Instrumente verfügen, zeigte sich eindrucksvoll bei der Bekämpfung des Terrorismus. Dass sie gegen Korruption sowie Steuerver­meidung und-hinterziehung nicht entsprechend vorgehen, zeigt die Macht jener Interessengruppen, die von der Geheimhaltung profitieren. n Wo es in der globalisierten Welt Schlupflöcher gibt, werden Gelder durch diese Schlupf­löcher fließen. Daher bedarf es eines globalen Systems der Transparenz. Die USA und die EU sind der Schlüssel dafür, dass sich die Waagschale zur Transparenz hin neigt, aber das kann nur ein Anfang sein: Jeder Staat muss seine Rolle als Teil der Weltgemeinschaft übernehmen, um der Schattenwirtschaft ein Ende zu machen; und besonders wichtig ist es hierbei, dass aus den heutigen Steueroasen Führungspersönlichkeiten hervorge­hen, die zeigen, dass es Alternativmodelle für Wachstum und Entwicklung gibt. n Staaten sollten sich proaktiv positionieren nicht nur gegenwärtige Mindeststan­dards erfüllen, sondern ihr wirtschaftliches Entwicklungsmodell am neuesten Stand der Entwicklung dieser Standards ausrichten. Jedes Land muss sorgfältig abwägen, ob es in einem nie endenden Wettlauf versuchen soll, mit der Fortentwicklung inter­nationaler Standards Schritt zu halten, oder als Vorbild dienen und selbst Standards setzen möchte, denen nachzueifern schließlich andere sich genötigt sehen.