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Jugendmobilität : europäische Zivilgesellschaft stärken
Entstehung
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Alice Altissimo, Andreas Herz und Wolfgang Schröer DIREKT 01/ 2017 JUGENDMOBILITÄT: EUROPÄISCHE ZIVILGESELLSCHAFT STÄRKEN AUF EINEN BLICK Die Förderung von Jugendmobilität ist seit ihrer Gründung ein Hauptanliegen der EU. Zahlreiche jugendliche EU-Bürger_innen sind bspw. aufgrund von Studium, Ausbildung oder wegen Freiwilligen­diensten geographisch mobil. Der Beitrag fußt auf einer Studie zu Jugendmobilität in Europa. Die Ana­lysen zeigen, dass der Diskurs zu Jugendmobilität von ökonomischen Aspekten geprägt ist, wohin­gegen die Jugendlichen die Idee der Stärkung der europäischen Zivilgesellschaft und des Zusammen­halts hervorheben. Die Mobilität von jungen Menschen war und ist ein zentrales Symbol und grundlegender Bestandteil der europäischen Ver­einigung sowie Union. Schon früh in der unmittelbaren Grün­dungsphase wurden Austauschprogramme für und von jungen Menschen organisiert, um zwischen den Ländern Brücken der Verständigung zu schaffen. Grundlegend sollte die Botschaft in die Welt getragen werden, dass die zukünftige Generation miteinander ein friedliches Europa gestalte und gemeinsam zivilgesellschaftliche Strukturen etabliere. Junge Menschen wurden zu den Akteuren einer europäi­schen Zivilgesellschaft erklärt. Diese Form der Gestaltung ei­ner europäischen Zivilgesellschaft hat die Jugendmobilität in Europa über viele Jahre programmatisch charakterisiert. Die Begegnungen Jugendlicher wurden darum auch von Politi­ker_innen gern besucht, um sich selbst als Teil dieser Zukunft zu entwerfen. Heute existieren weiterhin eine unzählige Menge und Viel­falt an Jugendprogrammen in der EU. Dahinter steht das In­teresse der EU, jungen Menschen Anreize zu bieten, eine ge­wisse Zeit in anderen Ländern zu verbringen. Dieses ist wie­derum mit dem grundsätzlichen Ziel verbunden, die Mobilität von Menschen zu fördern, um einerseits den europäischen Arbeitsmarkt zu stärken und andererseits den jungen Men­schen die Möglichkeit zu bieten, ihre sozialen und persönli­chen Horizonte zu erweitern. Insgesamt soll auch weiterhin durch die Jugendprogramme die Idee eines geeinten zivilge­sellschaftlichen Europas gestärkt werden. So heißt es im Weiß­buchNeuer Schwung für die Jugend Europas, das die Euro­päische Kommission 2001 veröffentlichte,dass sich die jungen Europäer besser als solidarische, verantwortungsbe­wusste, aktive und tolerante Bürger in pluralistischen Gesell­schaften behaupten können(sollen). Eine der wichtigsten ge­genwärtigen, aber auch zukünftigen Herausforderungen für unsere Gesellschaften besteht somit in einer verstärkten Ein­beziehung der Jugend in die lokale, nationale und europäische Gemeinschaft und in der Förderung einer aktiven Staatsbür­gerschaft(Europäische Kommission 2001: 12f). Zu den Programmen, die in Europa die Jugendmobilität fördern, zählen beispielsweise Erasmus+, das als Programm der Europäischen Kommission in der Dauer von 2014 bis 2020 die bisherigen EU-Programme wie das Studierenden­austauschprogramm Erasmus, Erasmus für Jungunternehmer_ innen, Comenius für Schulbildung und Leonardo da Vinci für Berufsbildung integriert. Erasmus wurde bspw. im Jahr 1987 gestartet, um den Studierendenaustausch zwischen Univer­sitäten zu ermöglichen. Es waren bisher seit der Einführung von Erasmus etwa drei Millionen Studierende über dieses Programm mobil(King et al. 2016). Eine andere Initiative stellt das sogenannteLearning Network on Transnational Mobility Measures for Disadvantaged Youth and Young Adults (TLN Mobility) dar, um die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämp­fen, an dem 15 Staaten und Regionen beteiligt sind. Ergänzt wird dieses durch regionale Initiativen wie in Deutsch­land das ProgrammIdA- Integration durch Austausch, das Jugendliche beim(Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt durch einen Arbeitsaufenthalt im Ausland unterstützen soll. Insge­samt sind die Gründe für Jugendliche, in Europa mobil zu sein, sehr unterschiedlich: Schüler_innenaustausch, Au-Pair, Aus­bildung, Urlaub, Freiwilligendienst, Work and Travel oder >