INTERNATIONALE POLITIKANALYSE In Kuba bleibt alles anders SARAH GANTER Februar 2017 n Mit der Ankündigung einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den USA am 17. Dezember 2014(17D) hat sich auf der Insel alles und nichts verändert. Doch bei aller Euphorie über das Ende der Eiszeit wurde die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Sanktionen und eine beschleunigende Auswirkung der außenpolitischen Veränderungen auf den Reformprozess und die innenpolitischen Entwicklungen enttäuscht. n Mit dem Rechtsruck in Lateinamerika und den politischen Verwerfungen in Brasilien und Venezuela entfällt für Kuba die Unterstützung wichtiger regionaler Partner. Fortschritte gibt es hingegen in den Beziehungen zu Europa und Asien. Das neue Abkommen mit der EU über politischen Dialog und Zusammenarbeit wurde am 12. Dezember 2016 in Brüssel unterzeichnet. Auch China und Japan haben ihre Beziehungen zu Kuba intensiviert. n Auch im Zuge der Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba scheint es den Regierungen auf beiden Seiten nicht zu gelingen, alte Handlungsmuster und ideologische Reflexe hinter sich zu lassen. Aufgeweicht wird die alte Freund-Feind-Dichotomie zwischen»Offiziellen« und»Dissident_innen« hingegen zunehmend in den zivilgesellschaftlichen Debatten. In der neuen kubanischen Blogosphäre vermischen sich die Perspektiven von der Insel längst mit denen der Exilkubaner_innen. n Ohne Zweifel sind viele Probleme des tropischen Sozialismus hausgemacht und das Ergebnis von Missmanagement, mangelndem politischem Willen oder dem Streben nach Machterhalt. Doch auch die Wirtschaftsblockade der USA bleibt einer der zentralen Gründe für den wirtschaftlichen Stillstand im Land. Erst nach einem Ende der Blockade liegt die Zukunft Kubas bei den Kubaner_innen und erst dann wird sich zeigen, wie es um die politische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit des tropischen Sozialismus unter fairen äußeren Bedingungen bestellt ist.
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