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Mobilität 2050 : demokratisch, nachhaltig und digital vernetzt
Entstehung
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René Bormann, Tilman Bracher, Bert Leerkamp, Ulrich Hatzfeld, Helmut Holzapfel, Ulrike Reutter, Oliver Schwedes und Martin Stuber DIREKT 4/ 2017 MOBILITÄT 2050 demokratisch, nachhaltig und digital vernetzt AUF EINEN BLICK Zwar ist zurzeit vieles in Bewegung beim Thema Mobilität Ambitionen für dringend notwendige ver­kehrspolitische Neuorientierungen sind aber nicht erkennbar. Doch klar ist auch: Wenn es um die Zukunft der Mobilität in Deutschland geht, reicht es nicht aus, mehr Investitionen zu fordern und technologische oder systemische Innovationen zu fördern. Der nachfolgende Text stellt Eckpunkte einer längst überfälligen Verkehrs­wende zur Diskussion. Er konzentriert sich dabei auf lange Entwicklungslinien und anstehende Richtungs­entscheidungen. zugleich gute Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung der Beschäftigten: Wettbewerbsfähigkeit muss mitGuter Arbeit statt mit einem Wettlauf zur Kostensenkung verknüpft werden. Zweitens beenden Qualitätsstandards den Missstand, dass intermodale Wettbewerbsverzerrungen fast immer zulasten solcher Verkehrsträger gehen, die für eine gute Daseinsvorsorge und hohe Umweltverträglichkeit stehen. Die Beschlüsse der G7 und des UN-Klimagipfels von Paris erfordern eine Dekarbonisierung des Verkehrs bis 2050. Bereits 2030 muss das CO 2 -Äquivalent im Verkehr nach demKlimaschutz­plan 2050 der Bundesregierung von 160 Millionen Tonnen (2014) auf 98 Millionen Tonnen(2030) sinken. Auch hier ist eine gestaltende Verkehrspolitik gefordert. Soziale Kontakte zu pflegen oder an Kulturveranstaltungen teilzunehmen sind menschliche Grundbedürfnisse. Öffentliche Einrichtungen sowie Arbeitsplätze müssen mit begrenztem Aufwand erreichbar sein. Die Wirtschaft ist auf zuverlässigen und effizienten Warentransport angewiesen. Mobilität ist also elementar für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Um dies zu garantieren, ist eine gestaltende Mobilitätspolitik erforderlich. Kulturwandel im Verkehrsverhalten stärken Moderne Mobilitätspolitik muss auch den beginnenden Kultur­wandel im Verkehrsverhalten stärken. Ein Perspektivwechsel deutet sich an, der Lebensqualität nicht mehr mitFreiheit durch Geschwindigkeit verbindet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Neubewertung der aktiven Mobilität(zu Fuß oder per Fahrrad) und die Entlastung von negativen Effekten des Verkehrs wie Lärm, Abgase und Unfälle. Ein betont funktionaler Blick auf Mobilitäts­angebote könnte auch rational geprägten Diskursen über Strate­gien der Verkehrsverlagerung oder-vermeidung den Weg bereiten. Mobilität sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltig gestalten Mobilität muss dabei dauerhaft so gestaltet werden, dass Umwelt und Klima weniger belastet werden, der Ressourcenverbrauch sinkt und Mobilität für alle Menschen verfügbar und bezahlbar bleibt unabhängig von Herkunft, körperlicher Konstitution, Alter und Geschlecht, mit oder ohne Kinder. Zur Teilhabe­gerechtigkeit gehört auch die Barrierefreiheit von Mobilitäts­angeboten.> Die europäische Verkehrspolitik der Binnenmarktöffnung war und ist in erster Linie an ökonomischen Kriterien orientiert; soziale und ökologische Ziele hatten nur nachrangige Bedeutung. Faire Wettbewerbsbedingungen auf Basis von Qualitätsstandards versprechen hingegen doppelt Gewinn. Erstens gewährleisten sie wirtschaftlichen Erfolg für die Unternehmen und garantieren