M R Z 2017 MANAGERKREIS DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG Grundsätze für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Vorstandsvergütung Milliardenverluste, gekoppelt mit Millionenabfindungen und Boni, haben die Debatte über Managergehälter wieder angefacht. Im Spannungsfeld zwischen Vertragsfreiheit und der mangelnden Akzeptanz hoher Vergütungen bei Unternehmensverlusten muss eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Vorstandsvergütung das Ordnungsprinzip der Sozialen Marktwirtschaft von gewinnorientierter Verantwortung und Haftung wieder stärken. Grundsätze für eine transparente Vorstandsvergütung sind das Erreichen von Kenngrößen wie mindestens der erwirtschafteten Kapitalkosten, die Berücksichtigung gesellschaftlicher Verantwortung, die Abschaffung von Boni für„individuelle Ziele“, stattdessen ihre Orientierung an der nachhaltigen positiven Entwicklung des Unternehmens mit Hilfe von Clawback-Klauseln, darüber hinaus kapitalbasierte statt gehaltsbezogene Pensionen sowie die Begrenzung der steuerlichen Berücksichtigungsfähigkeit von Managervergütungen. Christoph Dänzer-Vanotti, Horst Föhr, Heiko Geue Einführung Die derzeitige Diskussion um die Bezahlung von Manager_innen wird geprägt von den aktuellen Vorgängen bei VW, SAP und anderen Unternehmen. Es wird gefragt, ob Managergehälter in der derzeitigen Größenordnung überhaupt gerechtfertigt sein können oder gar gerecht sind. Die seit 2008 im Bankenbereich geführte Diskussion hat inzwischen weitere Branchen erreicht. Gefragt wird, wieso bei einem Unternehmen, in dem die Aktionäre zweistellige Milliardenverluste hinnehmen und die Arbeitnehmer_innen ebenfalls Verzicht üben mussten, zweistellige Millionenabfindungen an ein nur ein Jahr tätiges Vorstandsmitglied oder Millionenboni an die derzeit tätige Führungsmannschaft für eine Vergangenheit ausgeschüttet werden, die mit dem Wissen von heute überhaupt keinen Bonus rechtfertigen. Ist dies noch mit der Sozialen Marktwirtschaft vereinbar, auf die in Deutschland seit vielen Jahrzehnten vertraut wird? Die rationale Diskussion einer sinnvollen und zukunftsgerichteten Bezahlung von Topmanager_innen muss an den Fakten ansetzen. Abgeschlossene Verträge sind einzuhalten, auch wenn die daraus resultierenden Zahlungen als nicht nachvollziehbar und ungerecht empfunden werden. Gleichwohl werden die in den Unternehmen zuständigen Aufsichtsräte die unbedingt notwendige Vertragsfreiheit sich nur erhalten können, wenn sie die Ihnen übertragene Aufgabe verantwortungsvoll und mit Augenmaß wahrnehmen. Für exzellente Führungskräfte muss jedes Unternehmen in der Lage sein, den Preis zu bezahlen, der für die Gewinnung einer solchen Persönlichkeit erforderlich ist. Die 14 Millionen Euro für Bill MacDermot haben sich für die SAP Aktionäre allemal bezahlt gemacht, da SAP unter seiner Führung zum wertvollsten Unternehmen im DAX geworden ist. Martin Winterkorn dagegen schien auch auf dem richtigem Weg, war aber für die Aktionäre von VW und die Mitarbeiter_innen eine verhängnisvolle Fehlbesetzung und hat die Millionen erfolgsabhängiger Boni mit Betrugssoftware„verdient“. Es gilt daher, sich bei der Bezahlung der Manager_innen in Unternehmen auf einige Grundsätze zu besinnen, die im Ergebnis durchaus auch hohe Boni rechtfertigen können. Hierum geht es gar nicht. Sondern um Verantwortung und Vertrauen. Und an beidem mangelt es inzwischen teilweise leider doch sehr.
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Grundsätze für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Vorstandsvergütung
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