René Bormann, Thomas Gehringer, Michael Jäcker-Cüppers und Martin Stuber 05/ 2017 ZUKUNFT DES LUFTVERKEHRS Thesen für einen nachhaltigen Luftverkehr AUF EINEN BLICK Ein zukunftsfähiger Luftverkehr mit dem Zielhorizont 2030 muss ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltig sein. Wettbewerb muss über die Qualität des Produktes bzw. der Dienstleistung sowie die betriebliche Produktivität und Effizienz stattfinden. Die Sicherung langfristig tragfähiger Geschäftsmodelle der deutschen Luftverkehrswirtschaft mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen erfordert vor allem, dass Standards harmonisiert und Wettbewerbsverzerrungen abgeschafft werden. finden sich zahlreiche Projekte, die die deutsche Luftverkehrswirtschaft international nach vorn bringen werden. Die deutsche Luftverkehrspolitik beansprucht, aktiv an multinationalen und internationalen Lösungen zu arbeiten. Ein zukunftsfähiger Luftverkehr mit dem Zielhorizont 2030 muss ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltig sein. Deshalb sind die folgenden spezifischen Teilbereiche zu betrachten: – Ökonomie: Wirtschaftliche Situation der Luftverkehrsbranche; – Soziales: Arbeitsbedingungen und Sozialstandards, Verbraucherschutz und Kundenfreundlichkeit; – Ökologie: Klima- und Lärmschutz. Der Luftverkehr hat eine hohe Bedeutung für die Mobilität, insbesondere über weite Distanzen sowie für die wirtschaftliche Entwicklung des Standortes Deutschland. Die Passagierzahlen steigen bei seit 2009 stagnierenden Flugbewegungen. Unbestreitbar verzeichnet der Sektor eine Steigerung der Effizienz, doch ist die Gewinnsituation der Stakeholder in der deutschen Luftverkehrswirtschaft gleichwohl nicht stabil. Zum Teil wird versucht, mit Deregulierungen und betriebswirtschaftlichen Flexibilisierungsstrategien auf den Marktund Preisdruck zu reagieren, was zu einer Absenkung der Qualität des Angebots führt. Dadurch verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen kontinuierlich. Die ökologischen Ziele geraten unter Druck. Der Sektor steht also vor großen Herausforderungen. Gründe für diese Entwicklung liegen zum einen in fehlenden fairen globalen Wettbewerbsbedingungen, zum anderen in teilweise hausgemachten Problemen. Angestrebt wird ein nachhaltiger, gesellschaftlich akzeptierter Luftverkehr. Dies bedeutet, mittel- und langfristig gute Arbeit sowie rentable Luftverkehrsunternehmen zu erhalten, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen und einen fairen Wettbewerb um Qualität mit hohen Standards zu gestalten. Um die hierzu notwendigen Veränderungen und Innovationen zu erreichen, sind Politik, Gewerkschaften, Hersteller, Flughafenbetreiber, Airlines und alle weiteren dort aktiven Unternehmen gefordert. Betrachtet man die Forschungsund Entwicklungsprojekte der Luftverkehrsbranche – zum Teil gefördert durch Mittel des Bundes und aus Europa – Der Luftverkehr hat globalen Charakter. Deshalb werden wesentliche Regelungen des Luftverkehrs von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO als Sonderorganisation der Vereinten Nationen gestaltet. Deutschland ist sowohl in der Generalversammlung als auch mit Stimmrecht im exekutiven Council vertreten. Andererseits sind einige Probleme, wie die Beeinträchtigungen durch Fluglärm, lokaler Natur und bedürfen auch spezifisch lokaler Lösungen, wenngleich die ICAO gefragt ist, beispielsweise die Zulassungslärmwerte von Flugzeugen neu zu justieren. Vorschläge für die Zukunft des Luftverkehrs haben dieses Spannungsfeld zu beachten, indem einerseits die internationale Dimension des Luftverkehrs einkalkuliert wird und andererseits lokale Konflikte angemessen berücksichtigt werden müssen. Globale und nationale bzw. lokale Strategien und Instrumente sind miteinander in Einklang zu bringen. Von allen transnationalen Zusammenschlüssen kommt der EU als wichtiger Wirtschaftsraum eine besondere Bedeutung als Vorreiter zu: Harmonisierte Nachhaltigkeitsstandards sind hier am ehesten zu erreichen. >
Druckschrift
Zukunft des Luftverkehrs : Thesen für einen nachhaltigen Luftverkehr
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten