René Bormann, Michael Groß, Helmut Holzapfel, Kirsten Lühmann, Oliver Schwedes 15/ 2017 UMBAU DER STADT NUTZEN UND STADTGERECHTE MOBILITÄT STÄRKEN AUF EINEN BLICK Der Wandel von Stadtbild und Mobilitätskultur erfordert eine lebensqualitätssteigernde Mobilitätspolitik. Sie muss Veränderungsprozesse initiieren, organisieren und im Dialog gestalten. Dabei ist hohe funktionale Vielfalt anzustreben, alle Verkehrsträger sollten verknüpft, stadtgerechte Mobilität gestärkt und der öffentliche Raum aufgewertet werden. Dafür sind auf lokaler Ebene Gestaltungsmöglichkeiten und adäquate Finanzmittel erforderlich. Täglich sind wir unterwegs – um zur Arbeit, zur Schule oder Universität zu kommen, um einzukaufen oder Freunde zu treffen. Die Orte, die wir erreichen wollen und müssen, sind oft weit von der eigenen Wohnung entfernt. Hinzu kommt, dass sich Wege nur schlecht miteinander verbinden lassen – selten ist beispielsweise im Umfeld der Arbeit ein Supermarkt für kleine Besorgungen vorhanden. Somit legen wir täglich weite Strecken zurück, verbringen viel Zeit im Verkehr. Vielfach wird dabei das Auto benutzt. Nicht nur in den großen, sondern auch in den mittleren und kleinen Städten ist der Straßenverkehr deshalb in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angestiegen. Damit sind auch Belastungen durch Lärm, klima- und gesundheitsschädliche Emissionen sowie die Beeinträchtigungen der Aufenthaltsqualität der Städte insgesamt spürbar angewachsen. Der – hier nicht im Fokus stehende – Anstieg der Lieferverkehre belastet ebenfalls die Lebensqualität der Städte. Mobilität ist einerseits elementar für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Andererseits gefährdet sie in ihrer gegenwärtigen Form die Lebensqualität der Menschen, vor allem in den Städten. Menschen an stark befahrenen Straßen, Autobahnen und Flughäfen sind besonders hohen Lärm- und Feinstaubemissionen ausgesetzt. LEBENSQUALITÄTSSTEIGERNDE, GESTALTENDE MOBILITÄTSPOLITIK GESUCHT In Städten mit einer hohen Lebensqualität für alle Menschen lassen sich die Bedarfe des täglichen Lebens möglichst fußläufig, mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Verkehr erledigen. Damit einher gehen Teilhabe für alle, geringe Belastungen durch Lärm und gesundheitsschädliche Emissionen, hohe Aufenthaltsqualität, höhere Haushaltseinkommen und mehr verfügbare Zeit. Positive Beispiele gibt es bereits. Aber viele Städte sind funktional stark getrennt und von Verbindungsachsen zerschnitten. In den Städten ist jedoch aktuell viel in Bewegung, sowohl in wachsenden als auch schrumpfenden Städten. Die Zeiten sind günstig, um den Wandel des Stadtbilds und der sich verändernden Mobilitätskultur mit einer lebensqualitätssteigernden gestaltenden Mobilitätspolitik zu begleiten. Gefordert ist hier eine Politik, die Veränderungsprozesse initiiert, organisiert und im Dialog gestaltet. Hierzu muss eine hohe funktionale Vielfalt sichergestellt, müssen vorhandene und neu entstehende Verkehrsträger vernetzt und muss die entstehende neue Mobilitäts- und Stadtkultur gefördert werden. HOHE FUNKTIONALE VIELFALT SCHAFFEN – ERREICHBARKEIT MIT WENIGER VERKEHR SICHERN Ein lebendiger, sicherer und attraktiver Stadtteil zeichnet sich durch ein sowohl quantitativ wie qualitativ ausreichendes Angebot an Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Einkaufs- und Erholungsmöglichkeiten, Gewerbeflächen, unterschiedlichen Arbeitsplätzen, Einrichtungen medizinischer Versorgung, Grünflächen, Freizeit- und Sportaktivitäten sowie kulturellen Ein>
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