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Das Programm soziale Stadt weiterentwickeln : an aktuelle Herausforderungen anpassen und präventiv gestalten
Entstehung
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René Bormann, Antje Christmann, Michael Groß 17/ 2017 DAS PROGRAMM SOZIALE STADT WEITERENTWICKELN An aktuelle Herausforderungen anpassen und präventiv gestalten AUF EINEN BLICK Städte und Gemeinden sind der Seismograf für ein gelungenes soziales Miteinander in der Gesellschaft. Vor Ort entscheidet sich also, ob der gesellschaft­liche Zusammenhalt funktioniert. Das Programm Soziale Stadt hat gezeigt, dass aktive Stadtent­wicklungspolitik erfolgreich ist. Neben der verläss­lichen Finanzmittelausstattung gilt es daher, die Städtebauförderung an die aktuellen Herausforde­rungen anzupassen und als präventives Instrument zu nutzen. Unser Lebensalltag wird vor Ort in den Stadtteilen, den Quar­tieren bestimmt. In unseren Nachbarschaften erleben wir unsere gebaute Umwelt, unser Lebensumfeld, identifizieren uns mit den baukulturellen Gegebenheiten, erfahren wir gesellschaftliche Teilhabe und fühlen uns zu Hause. Ob wir gut zu Fuß sind, viel mit dem Auto fahren müssen, ob der Einkauf, der Arztbesuch um die Ecke erledigt werden kann, ob der Park gegenüber für Freizeit und Spiel offen ist oder sich dunkle Ecken auftun das sind letztendlich Fragen, die unsere Lebensqualität bestimmen. Städtebauliche Qualitäten nehmen Einfluss auf unser Wohlbefinden, geben ein Zuge­hörigkeitsgefühl, machen Heimat und Zuhause aus. Die Quar­tiere, in denen wir leben, spiegeln die Chancen und Mög­lichkeiten eines jeden/einer jeden wider: Gute Quartiere bieten oft gute Schulen und Kindergärten, ermöglichen ein gesundes Aufwachsen und Leben, geben Raum für ein Neben­und Miteinander der Genrationen, bieten Chancen auf Inte­gration und schaffen ein gutes Sicherheitsgefühl. Überpro­portionale und einseitige Entwicklungen oder Belastungen führen zu städtebaulichen Missständen und lassen die Quar­tiere nach und nach zu Brennpunkten werden. Diejenigen, die es sich dann leisten können oder die Chance haben, ge­hen weg und suchen sich eine angenehmere Umgebung. Insofern sind lebenswerte Quartiere ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und ihres Zusammenhalts. Finden zu starke Trennungen und Abgrenzungen statt, sind Fehlentwicklungen und Defizite bereits im gesellschaftlichen Umfeld angekommen. AUSWIRKUNGEN DES GESELLSCHAFTLICHEN WANDELS GESTALTEN Aktuell stehen unsere Städte und Gemeinden vor der Heraus­forderung, die Auswirkungen eines komplexen gesellschaft­lichen Wandels zu gestalten. Sie müssen die Möglichkeiten und Risiken der Digitalisierung abwägen, Maßnahmen zur Klimaanpassung ergreifen und dafür Sorge tragen, dass alle Bewohner_innen die gleichen Ausgangsbedingungen und Chancen haben. Neben dem demografischen Wandel bleibt die Integration alter und neuer Nachbarn auf lange Sicht eine zentrale Aufgabe der Stadtentwicklungspolitik in Deutschland. Regional zeigen sich gravierende Unterschiede. Einerseits müssen viele Großstädte und Hochschulstandorte weiterhin mit einem starken Bevölkerungswachstum rechnen, sowohl durch eine verstärkte Binnenwanderung als auch durch den Zuzug aus dem inner- und außereuropäischen Raum. Das Aufeinandertreffen von verschiedenen Kulturen, Religionen, Sprachen und nicht zuletzt unterschiedlichen Generationen birgt neben der vielfältigen Bereicherung auch ein großes Maß an Konfliktpotenzial. Verknappung von Wohnraum und einseitige Zuwanderungstendenzen führen zur starken Belas­tung von Quartieren. Verdrängung angestammter Bewohner_ innen eines Stadtteils, sozialräumliche Abgrenzung im Quartier und Wohnumfeld sind die Folge einer unbegleiteten und zu wenig integrativ ausgestalteten Stadtentwicklungspolitik. Andererseits müssen viele Regionen in ländlichen Gegen­den mit einem weiteren Rückgang ihrer Bevölkerung um­gehen und Antworten auf Fragen der Verödung ihrer Innen­städte, des Aufrechterhaltens von Versorgungsstrukturen und Infrastrukturen finden. >